Hallo zusammen,
ich lese schon seit einiger Zeit bei Euch mit und bin wirklich froh, dass es dieses Forum gibt. Es tut so gut zu wissen, dass es so viele Gleichgesinnte gibt und man mit dem Problem Zahnarztangst nicht alleine ist.
Ich bin 31, und meine Zahnarztangst rührt daher, dass meine Oma mich als kleines Mädchen (mit 4 oder so) zu einem "Zahnarztrüpel" geschleppt hat. Ich wusste überhaupt nicht, was los war, ich weiß nur, dass der alte Herr mich unentwegt anbrüllte, ich solle endlich den Mund aufmachen und ich total eingeschüchtert war. Als ich Kind war, hat kein Erwachsener nachgeschaut, ob ich meine Zähne richtig putze. Ich wurde vor dem Zu Bett gehen alleine ins Bad geschickt zum Zähne putzen. Dass ich somit schon von kleinauf zahlreiche Löcher, gefolgt von Zahnschmerzen hatte, muss niemanden wundern.
Irgendwann schleppten meine Eltern mich dann zu einem Zahnarzt, der mit Kindern besser konnte, zu dem sie auch selbst gingen. Aber meine Angst steckte schon unentwegt in mir. Ich bekam mit 6 Jahren eine Vollnarkose verpasst, damit mir ein kaputter Backenmilchzahn gezogen werden konnte und die restlichen Zähne plombiert werden konnten. Es folgten dann über die Jahre Zeiten der losen Zahnspange, um meine schiefen Zähne (zu enger Kiefer) zu korrigieren, was bedeutete, dass ich alle 3 Wochen (!) zu diesem Zahnarzt musste, um die Spange zu verstellen. Obwohl ich wusste, dass mich beim Spange verstellen eigentlich nichts "Schlimmes" erwarten konnte, blieb diese Angst - IMMER. Und das Schlimmste an der Sache ist, dass meine Eltern sich auch heute noch unfassbar darüber lustig machen können, dass ich dem Zahnarzt immer möglichst viele Geschichten erzählt habe, damit er ja nichts machen konnte... Wie schlimm sie mich damit in der Seele treffen, ahnen sie nicht. Mit 17 bekam ich dann eine feste Zahnspange bei einem anderen Kieferorthopäden - heute haben sich alle Zähne wieder verschoben, es war also glatt für die Katz. :-(
Zum Glück habe ich inzwischen einen sehr lieben Zahnarzt gefunden, dem ich 100% vertrauen kann. Er hat es geschafft, mir einigermaßen meine Angst zu nehmen, ist sehr einfühlsam und erklärt mir immer, was er als nächstes tut. Letztes Jahr im Dezember ist mir die Wand eines wurzelbehandelnden Backenzahns abgebrochen. Der Zahnarzt meinte jedoch freundlich, ich soll mir keine Sorgen machen, er kann das nochmal notdürftig flicken, aber wir sollten den Zahn zeitnah überkronen, damit wir alles noch retten können. Mann, war ich erleichtert, und stolz auf mich, dass ich das nicht vor mir her geschoben habe... Somit habe ich mich im Februar getraut und habe den Zahn überkronen lassen. Damit bin ich total happy - keine Probleme. Während dem Überkronen stellte er ein kleines Löchlein in einem Frontzahn fest, und ich war so sicher, meine Angst einigermaßen überwunden zu haben, keine große Sache, habe direkt einen Termin für Ende März gemacht, zu dem ich auch relativ entspannt hingegangen bin.
Als er mir die Betäubung setzen wollte, sah er ganz oben am Zahnfleischrand jedoch einen - wie er es nannte "Eiterpickel oder sowas" und schickte mich direkt zum Röntgen. Damit hatte ich nicht gerechnet (weil ich auch keine Beschwerden hatte, keine Schmerzen oder sowas, habe nie etwas bemerkt) - und zack, war die Angst wieder da. Sein Kommentar: "Das sieht schlimmer aus als ich dachte", machte mir nicht gerade mehr Mut. :-( Er meinte, er will den Zahn aufbohren, vermutlich müssen wir hier eine Wurzelbehandlung machen... weil ich merkte, wie die Panik in mir hoch stieg (und weil ich ja mit dem Gedanken hin bin, wir machen eine einfache Füllung) habe ich ihn gebeten, einen neuen Termin dafür zu vereinbaren. Ich wollte das erstmal "sacken" lassen, zum Glück hat er es verstanden. Leider ist der Termin nun erst morgen, weil vorher nichts mehr frei war, also 6 Wochen Zeit für Kopfkino. :-(
Ich habe keine Ahnung, wie lange ich diese Zyste oder was das auch immer ist schon habe, wie gesagt, ich habe das selber nie bemerkt, weil es auch ganz weit oben am Zahnfleischrand ist. Trotzdem schiebe ich die totale Panik, was, wenn man diesen Zahn nicht retten kann? Mein Kopfkino hat komischerweise weniger Probleme mit der Behandlung eines Backenzahns als mit der Behandlung eines Frontzahns (doof, oder?)... Der Kältetest war so gut wie negativ (ein bisschen was habe ich gespürt, aber nicht viel) oh Mann... ich hoffe, ich habe Euch nicht gelangweilt, aber es tat auch einfach mal gut, sich das von der Seele zu schreiben. Meint Ihr, Ihr könnt mir für morgen 16:00 Uhr ein paar Daumendrücker schicken? Wird wohl wieder ne ziemlich schlaflose Nacht heute...
Liebe Grüße
Nicole