Liebe Nadine,
ich kann deine Angst und deine Panik nur zu gut verstehen, aber, wie du schon schreibst, so kann es ja nicht bleiben, das willst du sicher nicht
Ich selbst war auch viele Jahre nicht mehr beim Zahnarzt, heute frage ich mich, wieso eigentlich, ich habe diese Jahre über meine Angst schön brav konserviert, immer mit mir herum getragen und alles ignoriert, nun ja, beim zweiten Termin hatte ich dann eine etwas längere Sitzung über 2 Stunden und war erstaunt wie einfach das alles doch war und schimpfte über mein Verhalten, so lange mir einzureden, alles nur nicht zum Zahnarzt gehen.
Das war ein großer Fehler, Angst hin oder her.
Ich habe alle möglichen Filme in meinem Kopf laufen, das reichte von Übergeben bis Kreislaufzusammenbruch, ich sah mich da hängen auf dem Stuhl und war mir sicher, ich werde das niemal überleben

, die Beiträge der User hier, der Austausch im Chat hat mir sehr geholfen und ich schaffte dann mein Comeback zu feiern und bin "mutig" zum Zahnarzttermin und ja wie ich schon schrieb, ich wurde mehr als überrascht.
Bei mir wurde der gesamte OK betäubt, und ich spürte nicht einen einzigen Einstich. Du bist Mama und eine Geburt trotz übelster Schmerzen überstanden, merkst du was, du bist stärker als du denkst. Ich bin mir sicher, dass auch die Angst, wie du schreibst vor den Spritzen, kann dir ein einfühlsamer Zahnarzt nehmen, schildere ihm deine Angst und deine Bedenken, das hilft ungemein, die Angst zu verstecken macht sie nur grausamer, aber das nur meine Meinung.
Welche Angst hast du bei den Spritzen genau? Ist es die Angst vor dem Einstich oder die Angst vor dem Wirkstoff oder eventueller Nebenwirkungen, Angst vor dem Gefühl des Betäubt sein.......? Meine Angst hat sich nur immer auf das lange Liegen im Behandlungsstuhl bezogen, auf die Angst vor der Angst, Angst vor den Symptomen der Angst, Angst vor Ohnmacht, Kreislaufproblemen.....
Wir sind alle verschieden und so sind auch unsere Ängste verschieden.
Ich behaupte nicht, das ich vollkommen Angstfrei geworden bin, wäre ja auch nicht so gut ohne Angst, aber, ich sehe es heute ganz anders und kann auch anders damit umgehen und eines ist mir wichtig, darüber zu sprechen was mich belastet, denn somit fühle ich mich freier und mein Zahnarzt weiß um meine Ängste. Schämen tu ich mich deswegen nciht mehr, aber ich schämte mich für meine "Dummheit" all die Jahre in denen ich an soetwas wie an Selbstheilung glaubte. Ich hatte bedingt durch die Entzündungen übelsten Mundgeruch und mir wurde von mir selbst übel, wie dann vielleicht den Menschen die in meiner Nähe waren, ich wurde mit Kaugummi kauen nicht mehr fertig. Jetzt lebt es sich um vieles freier, ich stecke auch noch in meiner Behandlung und am 6. Februar geht es für mich weiter und ich freue mich darauf. Heute will ich schöne Zähne, ich will mich zu keinem Zeitpunkt mehr damit auseinandersetzen müssen, Angst vor einer Behandlung.
Ob dir meine Worte helfen weiß ich nicht, aber ich wünsche mir für dich, das du morgen zum Zahnarzt gehst und das Gefühl danach, glaube mir, du fühlst dich nicht nur gut, es ist einfach gigantisch wenn man den Schritt gemacht hat.
Warum solltest du nicht schaffen was hier alle oder viele hier schon schafften? Nenne mir einen Grund, warum du nicht.
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Als Mama willst du doch sicher auch deinem Kind das Allerbeste und auch ein Vorbild sein, also geh es an und geh diesen Weg morgen.
Schildkröte