Erfahrungspunkte:
. Leider habe ich seit meiner Kindheit bereits schlechte Zähne und somit war mir bereits sehr früh klar, dass mich irgendwann das Schicksal ereilen wird, dem ich seit nunmehr mittlerweile 3 Monaten tapfer entgegentrete. Seit meiner frühesten Kindheit bin ich hochgradiger Zahnarztphobiker, was ich einer doppelten Zahnextraktion für meine damals benötigte Zahnspange zu verdanken habe. Seit diesem "Massaker" (was mittlerweile etwa 30 Jahre her ist) habe ich eine regelrechte Phobie vorm Zahnarzt, die sich widerum durch heftige Schwindelanfällen, Panikattacken und extremen Schweißausbrüchen bemerkbar macht. Die Phobie war so stark, dass ich noch nicht einmal in der Lage war, mir Hilfe bei einem Therapeuten zu holen. Das letzte Mal war ich dann auch vor 11 Jahren beim Zahnarzt, wo ich weitere 2 Zähne gezogen und 6 Füllungen bekommen habe. Schon damals hatte ich extreme Panik, musste aber aufgrund eines teilweise abgebrochenen Schneidezahns (Karies) und auf Drängen meiner damaligen Lebensabschnittsgefährtin irgendwie zum Zahnarzt. Bis ich dann endlich dahin bin, haben sich regelrechte Dramen abgespielt. Nach der damaligen Behandlung, die ich komischerweise als eher "easy" beschreiben würde, hatte ich meine Phobie erstmal erstaunlich gut im Griff.
). Da die Zahnfront aber noch erhalten war und ich beim sprechen aufgrund jahrlangen Trainings eh nicht viel Zahn zeigte, sah ich noch immer keine Veranlassung zum ZA zu gehen. Mein Horror war zu diesem Zeitpunkt bereits so groß, dass er für mich kaum noch auszuhalten war. Scheinbar war der Leidensdruck aber auch noch nicht groß genug. Somit richtete ich also mein komplettes Leben nach meinen Zähnen aus: Ich lachte nicht mehr, passte auf, dass mir keiner beim Essen zugeguckt hat, sprach nicht mehr viel, stellte meine kompletten Eßgewohnheiten um, ging nicht mehr mit Arbeitskollegen mal essen, etc., etc. Zu meiner Phobie kam nun noch die extreme Scham hinzu. Weiterhin hatten meine Zähne mittelerweile auch ein Stadium erreicht (diverse Füllungen haben sich verabschiedet und weitere Zähne sind abgebrochen), wo ich es nicht mehr meiner momentanen Partnerin verheimlichen konnte. Also war Sie die Erste, der ich mein Herz ausschüttete. Da sie selber großen Schiss vorm ZA hat und auch bei Ihr eine etwas größer angelegte ZA-Aktion anstand, zeigte sie direkt großes Verständnis für meine Situation. Sie setzte mich nicht unter Druck und meinte nur, ich solle die Sache in ganz ganz kleinen Schritten angehen.
, anzurufen. Tja, leider teilte mir seine Assistenin mit, dass die Praxis jetzt erstmal 3 Wochen wegen Urlaub geschlossen hat. Sofort schoß es mir in den Kopf "Geil, erstmal 3 Wochen Zeit gewonnen!".....leider hatte somit auch der phobische Teufel in mir gewonnen. Da sich die Situation erstmal nicht weiter verschlimmert hatte, habe ich natürlich nicht nach drei Wochen wieder angerufen...Wie man sich denken kann, war das nicht die klügste Entscheidung, denn der im November teilweise abgebrochen Zahn brach weiter ab...
. Die Nacht verlief ruhig, obwohl ich kaum geschlafen habe, weil ich immer noch auf den Schmerz wartete. Tja, auf den warte ich heute, drei Tage später immer noch! Di. und Mi. musste ich dann nur zur Kontrolle hin und heute wurden die Fäden gezogen. Um mir das Ziehen angenehmer zu gestalten, hatte er die Stelle vorher mit Eis betäubt. Als mein Doc dann meinte "Mensch, ich bin so stolz auf Dich! Das Schlimmste haste jetzt überstanden und Du kannst stolz sein, dass Du bis hierhin gekommen bist....egal, wie Du Dich jetzt weiter entscheidest.", spürte ich, wie langsam meine Selbstachtung wieder auftauchte (Für alle Nicht-Phobiker: Ja, natürlich hasst man sich dafür, dass man es nicht auf die Reihe kriegt zum ZA zu gehen. Man kommt sich vor wie ein Vollidiot!) und ich war tatsächlich stolz auf mich! Natürlich werde ich nun auch den restlichen Weg beschreiten, der voraussichtlich bis Frühsommer 2012 geht. Danach habe ich ein komplett neues Gebiss (deutsche Wertarbeit/eigenen Zahntechniker in der Praxis) für den Preis eines neuen Dacia Logans. Ja, richtig gelesen! Alternativangebote liegen locker beim doppelten bis dreifachen Preis! Auch hier nochmal einen schönen Gruß an die Abzockerzahnärzte, die eine Notsituation eines Anderen schamlos für eigene Bereicherungszwecke ausnutzen! Dass mein Doc eine 1a-Arbeit abliefert, darf ich ja seit geraumer Zeit bei meinem Schatz bewundern (Komplettsanierung). Von der Arbeit bin ich völlig begeistert und es wäre mein Traum, wenn mein Gebiss auch mal so aussieht. Jetzt ist mein Doc wiedermal 2 Wochen im Urlaub und ich muss erstmal den heute erhaltenen Kosten- und Heilplam an meine Kasse schicken. Dann folgen erstmal Zahnreinigung und Parodontosebehandlung und damit wird 2011 auch enden. Mit etwas Glück habe ich aber auch schon Weihnachten mein Klammerprovisorium. Mit nur einem Vorderzahn spricht es sich halt schon sehr komisch
....sieht auch kacke aus
).

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. Ihr glaubt gar nicht, wie befreiend es für mich war, diesen ellenlangen Text zu verfassen. Das hat sich quasi die letzten 10 Jahre alles angestaut und musste jetzt einfach mal raus. Natürlich habe ich nach wie vor immer noch sehr große Angst vorm ZA (klar, ne Phobie über 30 Jahre geht ja nicht über Nacht weg), aber sie ist jetzt irgendwie anders....eher zu überwinden.
), dass ich mir sicher bin, dass es keinen besseren Gefährten für meinen langen Weg durchs tiefe Tal der Zahnsanierung gibt. Man, man, man, hätte ich den Doc vor 10 Jahren kennengelernt, würde mir heute vieles erspart bleiben. Aber jammern nützt nichts, da muss ich jetzt durch!
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schreib weiter
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!
. Jaja, 10 Jahre war man froh nicht hin zu müssen und mittlerweile kann es, trotz immer noch vorhandener großer Angst, nicht schnell genug gehen
. Für mich jedoch ein sicheres Zeichen, dass ich auf dem richtigen Weg bin! Heute an Tag 5 der neuen Zeitrechnung (lol) kann ich sagen, dass das bisher Schlimmste original das Fäden ziehen war. Normalerweise ist Fäden ziehen Pillepalle (kenn ich von diversen anderen OP's), aber bei mir ist das Problem, dass mein Körper eine unnatürliche Regenerationsfähigkeit besitzt. Klingt erstmal gut, hat aber leider auch Nachteile
....Mein Doc meinte schon, lass Dir noch nen Adamantitskelett verpassen und dann nenn ich Dich nur noch "Wolverine"
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. Beim zweiten Kontrolltermin meinte er nur "Mensch, was hast Du mit meiner Naht gemacht? Die ist weg!". Zuerst dachte ich, der wollt nen Spass machen, aber im Spiegel war tatsächlich nur das winzige Ende des Fädchens zu sehen. Mein Körper hatte bereits das restliche Nahtmaterial absorbiert und die Wunde geschlossen. "Toll, das war einfach!", war mein erster Gedanke, aber denkste! "Das muss ich leider kurz aufmachen und das Nahtmaterial wieder rausholen, ist keine große Sache, ich mach Eisspray drauf.", war die Antwort meines Doc's. Gut, Eisspray kannte ich von diversen Sportverletzungen und fand das ne super Idee. Naja, aus dem Eispray wurde dann eine örtliche Betäubung und das Nahtmaterial wurde operativ entfernt. Mein Doc guckte völlig ungläubig und meinte, dass er sowas in all den Jahren noch nicht gesehen hatte und wie ich das machen würde?. Ich sagte "Keine Ahnung, das ist schon immer so gewesen
." (Ich werde auch normalerweise nicht krank und ich kann mich nicht mehr dran erinnern, wann ich das letzte Mal ne Erkältung oder Grippe hatte). Letztenendes habe ich aber auch diesen Minieingriff, wenn zwar schweißgebadet, überstanden. Es war zwar sehr unangenehm, aber durchaus locker auszuhalten....war ja auch in 5 Minuten erledigt.Erfahrungspunkte:
).
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Jo, das meinte meiner auch...ich solle dann direkt googlen, ob ich es irgendwo günstiger finde. Heute ist auf jeden Fall schon der Bescheid für die Genehmigung des Heil- und Kostenplans für das Provisorium bekommen
ich bin jetzt bei einem za gelandet, der mich sogar ermutigt seinen heilkostenplan anderen zahnäzten zu zeigen und zu vergleichen.
.....Respekt! Am Montag weggeschickt und heute das OK. Mist, da hatte ich mit ein bisschen mehr Entspannungsphase gerechnet. Die brauch bei jedem Scheiss ewig und drei Tage und das eine Mal in meinem Leben, wo es mir ganz Recht wäre, legen se den Turbo ein. Mein ZA hat dann auch gleich angerufen und meinte, dass das OK von der Kasse da ist und ich am 12.12. für die Abdrücke vorbeikommen soll....Mmh, macht man da nicht erst ne PZR und Parandontosebehandlung? Würde ja Sinn machen....nicht dass ich scharf drauf wäre, steht ja auch noch auffm Plan, aber ich dachte, dass kommt als Nächstes...Naja, mal abwarten. Der Doc selbst ist ja noch im Urlaub und wer Anderes kommt mir eh nich an bzw. in den Schnabel!
.....ich bin mir nicht sicher, ob mein übrig gebliebener, alleinstehender Schneidezahn die Aktion überstehen wird. Ich kriege direkt so Gedanken wie "Hoffentlich reißt der den net mit raus, wenn er den Abdrucklöffel aus meinem Schnabel hebelt!".....Ich gehe aber mal davon aus, dass ich auch das überleben werde.
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