Hallo beisammen,
ich bräuchte nun doch mal wieder etwas Unterstützung. Bei mir steht seit einiger Zeit die Entscheidung im Raum, was ich wegen meinem Zahnersatz machen soll. Ich schaffe es aber nicht mich zu entscheiden. Vielleicht gelingt es mir mit Eurer Unterstützung?
Ich bin ja nun nach über 15 Jahren (seit Anfang des Jahres) endlich wieder in Behandlung. Die ersten 10 Termine habe ich auch schon gut überstanden. Ich bin von meinem Zahnarzt (der wurde mir hier im Forum auch empfohlen) total begeistert. Meine größte Angst war (neben dem Befund) die Sache mit der Spritze. Mein Zahnarzt macht das aber total super. Nicht mehr so wie ich es kannte ... Spritze aufziehen und rein. Nein! Er benutzt so ein merkwürdiges Gerät was er mir in den Mund bzw. an das Zahnfleisch hält. Ich weiß nicht einmal, ob es überhaupt eine Nadel hat. Jedenfalls merkt man davon gar nichts. Dann macht das Gerät so komische "Pumpgeräusche" und irgendwann gibt das Gerät ein Signal das wohl genug betäubt wurde. Ich habe so etwas vorher noch nie erlebt ... daher bin ich bislang ohne große Angst zu den Terminen gegangen. Daher hätte ich auch keine Angst mir bei Ihm den Zahnersatz machen zu lassen.
….. AAAABER …..
Der von meinem Zahnarzt geplante Zahnersatz kostet bei ihm knapp 5.700,00 Euro. Davon bekomme ich von der Krankenkasse ca. 1.200,00 Euro als Festzuschuss. Verbleibt also ein Eigenanteil von 4.500,00 Euro. Da mir mein Zahnarzt aber sagte, dass er von den Kosten her nicht zu den günstigsten gehöre (aber auch nicht zu den teuersten) habe ich recherchiert was das in EURO bedeutet. Also habe ich, nach einem Tipp aus diesem Forum, meinen Heil- und Kostenplan in ein Ärzteportal eingestellt. Dort habe ich nun von einem anderen Zahnarzt (ist auch aus derselben Stadt) ein Angebot für 3.490,00 Euro bekommen. Wenn ich davon den Festzuschuss abziehe, verbleibt ein Eigenanteil von "nur" 2.290,00 Euro!
Das ist ein Unterschied von über 2.000 Euro!!!!
Daraufhin habe ich mir einen neuen Termin bei meinem jetzigen ZA geben lassen. Wir haben noch einmal über den Heil- und Kostenplan gesprochen und über die Möglichkeiten, die Kosten zu reduzieren. Er hat mir plausibel erklärt warum er diesen Preis nimmt und ich respektiere es. Wenn ich die Gesamtrechnung in einer Summe bezahle, würde ich noch einen Skonto bei ihm bekommen. Außerdem rechnet er damit, dass die Behandlungskosten leicht niedriger werden würden. Wenn man alles zusammen nimmt, würde trotzdem noch ein Eigenanteil von 4.000,00 Euro verbleiben.
Paar Tage später hatte ich dann einen Termin bei dem Zahnarzt der mir das niedrigere Angebot gemacht hatte. Die Praxis scheint etwas kleiner zu sein, nicht so modern ausgestattet aber der Zahnarzt macht jedenfalls einen freundlichen Eindruck. Auch wenn er gebürtig aus Bulgarien stammt (und dort Medizin studiert hat), habe ich keine Vorurteile … schließlich kommt mein jetziger Zahnarzt aus den Niederlanden.

Er hat sich dann meinen Befund angesehen und den geplanten Zahnersatz noch einmal als gute Entscheidung bestätigt. Er hat mir auch gesättigt, dass mein jetziger Zahnarzt bislang gut gearbeitet hat. In einigen Bereichen (der geplante Behandlungsverlauf) hat er aber eine etwas andere Meinung als mein jetziger Arzt.
Beispiel: Ich soll ein Implantat im Unterkiefer bekommen. Mein jetziger Zahnarzt sagte, dass das eingesetzte Implantat 6 Monate einheilen muss. Der andere Zahnarzt sagt aber, dass das nicht so ist. Er meinte, es sei entscheidend wo das Implantat gesetzt wird. Im Oberkiefer würden 6 Monate gewartet werden, weil die Substanz des Oberkiefers i. d. R. nicht so toll ist (schwammig). Im Unterkiefer würde ein Implantat i. d. R. nach 3 Monaten eingeheilt sein. Ob das nun stimmt ... keine Ahnung?
Jedenfalls würde er mir gleich zu Beginn das Implantat setzen ... dann 3 Monate warten (ohne das etwas anderes gemacht wird). Nach 3 Monaten würde er dann den kompletten Zahnersatz innerhalb von 2-3 Wochen fertig stellen können d. h. Zähne für Brücken abschleifen und Brücken/Kronen und Zahnersatz auf Implantat einsetzen. Mein jetziger Zahnarzt würde auch das Implantat zu Beginn setzen, aber dann schon auf der anderen Seite weitermachen. Nach 6 Monaten würde dann der Rest (Oberkiefer auf der Seite wo das Implantat hinkommt) inkl. des Zahnersatzes kommen.
Ich habe bei dem Termin den anderen Zahnarzt auch von meiner Angst vor Spritzen erzählt und das mein jetziger Zahnarzt das mit einem anderen Verfahren macht. Aber da sagte er (leider) nur, dass er es noch genauso macht wie vor 15 Jahren. Hmmm ... ist das jetzt gut oder schlecht?
Den Zahnersatz erstellt der Zahnarzt übrigens selbst in seiner Praxis. Ich denke, dass das u. a. zu der Differenz im Angebot geführt hat. Und man muss berücksichtigen, dass mein jetziger Zahnarzt eine große Praxis (Zahnarzt-Ehepaar + eine Angestellte Zahnärztin + 9 weitere Mitarbeiter) betreibt und somit höhere Kosten gedeckt werden müssen. So wie ich es sehen konnte, arbeitet der andere Zahnarzt allein und hat 3 Angestellt (die habe ich zumindest am Tag meines Termins gesehen).
Im Endergebnis bekomme ich bei beiden aber dasselbe ... Implantat, Brücken/Kronen und Zahnersatz mit Keramik verblendet.
Die 2.000,00 Euro "mehr" bei meinem jetzigen Zahnarzt würden somit eine Art "Vertrauensbonus" bedeuten die ich
a) für eine moderne Praxis (schönes Ambiente) und
b) die tolle Art die Betäubung zu setzen
bezahlen würde.
Bei dem anderen Zahnarzt hatte ich dagegen noch keine Behandlung. Wird diese diesmal weh tun. Kann ich die "normale" Spritze aushalten oder springe ich ihm (wie damals) vom Stuhl? Bei einer Differenz von 500 Euro würde ich nicht lange fackeln ... aber 2000 Euro? Was soll ich bloß machen???? *heul*
Ich stehe gerade im Dunkeln vor einer schwarzen Wand und weiß nicht, wie ich nun weiterkomme. Kurz hatte ich sogar daran gedacht alles hinzuschmeißen.