Dienstag, 22. Mai 2012, 14:26 UTC+2

Sie sind nicht angemeldet.

  • Anmelden
  • Registrieren

raven3

unregistriert

1

Samstag, 3. November 2007, 15:28

Behandlung in Vollnarkose - bin verunsichert

Hallo,

ich bin neu hier im Forum und kämpfe auch wie Ihr mit der Angst vor der Zahnbehandlung. Ich hab mich seit vier Jahren, seit meiner schmerzhaftesten Behandlung die ich jemals hatte, nicht mehr behandeln lassen. Es ist so schlimm, dass ich schon nervös werde über das Thema zu sprechen oder zu schreiben und ich weiß, dass ich es alleine nicht mehr in den Griff bekomme.

Jedenfalls war ich im März 07 zur Untersuchung wegen einer Behandlung in Vollnarkose, habe es im August endlich geschafft zur Narkosesprechstunde zu gehen und habe mitte November den Termin, wo die Behandlung in Vollnarkose erfolgt.

Ich habe das einer Bekannten, die Zahnarzthelferin ist erzählt, wie lange die Behandlung dauern soll und die meinte, dass eine Behandlungszeit von ca. 1,5-2 Stunden nicht ausreicht bei ca. 12 Löchern. Jetzt hab ich irgendwie Panik, dass die ZÄ nicht gut arbeitet und somit noch mehr angst vor dem Termin. Meint ihr ich kann da einfach anrufen und ihr meine Bedenken mitteilen? Außerdem bekomme ich aus jeder Ecke zu hören, wie risikoreich eine Behandlung in Vollnarkose ist.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »raven3« (3. November 2007, 15:38)

  • Zum Seitenanfang

perdita

Team Moderator

Beiträge: 20 423

Geschlecht: Weiblich

Wohnort: Stuttgart

2

Samstag, 3. November 2007, 16:02

Hi raven,

wenn es wirklich nur darum geht, Löcher zu stopfen, kein chirurgischer Eingriff dabei ist, warum versuchst du es denn nicht unter örtlicher Betäubung? Erst mal sparst du dabei jede Menge Geld - eine VN ist nicht nur belastend für den Körper sondern vor allen Dingen erst mal teuer! Zweitens wirst du bei einer Behandlung, die du sozusagen "verschläfst" nie und nimmer deine Angst los - du kannst nämlich keine neuen positiven Erfahrungen sammeln, die du aber ganz, ganz dringend brauchst, um dieses letzte traumatische Erlebnis zu löschen und daran zu glauben, dass es nicht immer so traumatisierend sein muss, sondern im Normalfall sogar ziemlich harmlos ist.

Es gibt noch ein wichtiges Argument, das gegen Füllungen in Vollnarkose spricht : Normalerweise musst du nach einer Füllung probieren, ob dein Biss funktioniert, ob die Füllung nicht zu hoch ist, du richtig zubeißen kannst. Das funktioniert natürlich nicht, wenn du schläfst, da kann der Arzt nur schätzen. Sehr oft passiert es, dass Patienten, die ihre Füllungs-Behandlung verschlafen haben, anschließend massive Probleme beim Essen haben, oder sich auf Dauer der Biss verschiebt und das Kiefergelenk überlastet wird.
Um auf der sicheren Seite zu sein und ein optimales Ergebnis (sowohl qualitativ wie auch in Sachen Angstüberwindung) für dich rauszuholen, würde ich dir unbedingt empfehlen, lass deine Füllungen in mehreren kleinen Einzelterminen machen, die du problemlos bewältigen kannst, und die in harmloser Erinnerung behältst. Das ist meiner Meinung nach die beste Therapie gegen Zahnarztangst.

Liebe grüße
perdita

www.zahnarzt-angst-hilfe.de

Bitte achtet darauf, dass ihr keine Namen von Behandlern nennt. Näheres hierzu findet Ihr hier unter Punkt 2.11


"Ohne Angst kann es keinen Mut geben" Christopher Paolini "Eragon"
  • Zum Seitenanfang

raven3

unregistriert

3

Samstag, 3. November 2007, 17:19

Ich schaff es einfach nicht mich ohne Vollnarkose behandeln zu lassen. Ein ZA kann mir in den Mund kucken und angst vor den Spritzen hab ich auch nicht. Es ist die Angst vor den Schmerzen. Meine Horrorbehandlung sah so aus: mir wurde in zwei Zähnen jeweils ein Loch gebohrt. Meine Zähne sind allgemein sehr empfindlich und die Spritzen haben an diesem Tag gar nicht gewirkt. Die ZÄ hat mir oben drei gesetzt und unten zwei Spritzen. Ich musste also da durch und die Schmerzen aushalten, weil die Zähne ja gefüllt werden mussten. Seitdem geht es einfach nicht mehr.

Auch durch die vielen freiliegenden Zahnhälse habe ich schon Probleme beim Zähne putzen oder das die Zähne am manchen Tagen einfach so schmerzen. Weil auch ein paar dieser Zähne mit Karies befallen sind, ist die angst vor den Schmerzen einfach zu groß.

Da ich z. Z. auch noch eine andere psychische Krankheit durchmache, die mich ziemlich fertig macht und körperliche Beschwerden hinterlassen hat, hab ich keine Kraft mich durchzuringen und einen normalen Behandlungstermin beim ZA zu vereinbaren. Verstehen tue ich Deinen Ratschlag aber.

Ich bin also ziemlich am Verzweifeln.
  • Zum Seitenanfang

die joky

unregistriert

4

Samstag, 3. November 2007, 18:26

Hallo Raven!
Wenn im Moment eine VN Behandlung die einzige Möglichkeit für dich ist,dann solltest du es machen. Besser unter VN alles reparieren lassen,als gar nichts tun.
Da du im Moment noch andere seelische Probleme hast,solltest du nicht alles auf einmal angehen.
Ich selbe habe mir 3mal unter VN die Zähne machen lassen.Die Narkosen heute verträgt man super gut und Nebenwirkungen hatte ich keine. OK,die Angst habe ich dadurch nicht verloren,daran arbeite ich jetzt,aber da es bei dir im Moment nicht anders geht,kann ich diese Art der Behandlung wohl empfehlen.
Wue geschrieben,besser unter VN als gar nix machen.
Ach ja,mein ZA hat auch in VN super gearbeitet und alles klasse repariert,soviel Vertrauen soillte man schon zu seinem ZA haben,das er auch wenn wir schlafen,alles gut und perfekt fertig macht.
  • Zum Seitenanfang

Rike

unregistriert

5

Samstag, 3. November 2007, 19:31

Hey raven... es ist generell schwer, jemandem ZU oder GEGEN eine Narkose zu raten. Immer. Denn DU bist derjenige, der mit dem klarkommen muss, wofür er sich entschieden hat.
Was spricht für eine VN... Du bekommst nix mit. Deine Zähne werden erstmal repariert.
Was spricht dagegen... Du behälst Deine Angst. Du bekommst nicht genau mit, WAS gemacht wird, einige Behandlungen sind unter VN nicht möglich, was oft bedeutet, daß Zähne, die eigentlich behandelt werden könnten, gezogen werden. Du hast keine Kontrolle, wenn sich unter der Behandlung der Plan ändern muss... es ist ja nicht möglich, sich mit Dir abzusprechen.
Ich weiss nicht recht. Ich finde es verantwortungslos, jemandem einzureden, NUR allein die VN sei für ihn gerade das Mittel der Wahl. Wenn man schlechten Erfahrungen keine guten gegenüberstellt... wie sollen sie den Platz der schlechten einnehmen?
Ich glaube... wenn Du es irgend kannst, dann mach einen Probetermin bei einem sorgfältig ausgewählten Zahnarzt aus. Schau Dir mal einen "normalen" Termin an, und versuch mal, wie schön sich Vertrauen anfühlt . Auch beim ZA kann man die Kontrolle behalten. Über die Situation... und auch über die Angst.
  • Zum Seitenanfang

perdita

Team Moderator

Beiträge: 20 423

Geschlecht: Weiblich

Wohnort: Stuttgart

6

Samstag, 3. November 2007, 19:44

Vielleicht schaffst du es, wenigstens probehalber mal eine einzige Füllung unter örtlicher machen zu lassen. Du musst erfahren, dass es möglich ist, schmerzfrei zu behandeln, sonst drehst du ja später vor jedem neuen Zahnarzt - Termin (und bedenke, die musst du dein Leben lang wahrnehmen) immer wieder aufs Neue am Rad.
Und du kannst dich doch nicht für jede einzelne Füllung, die später mal noch ansteht, in Vollnarkose packen lassen?

Probiere es wenigstens. Wenn es nicht klappt, kannst du immer noch auf die VN ausweichen. Aber dann kannst du sagen, du hast es zumindest versucht und der ZÄ eine Chance gegeben, zu beweisen, dass sie es schmerzfrei kann. ;)

www.zahnarzt-angst-hilfe.de

Bitte achtet darauf, dass ihr keine Namen von Behandlern nennt. Näheres hierzu findet Ihr hier unter Punkt 2.11


"Ohne Angst kann es keinen Mut geben" Christopher Paolini "Eragon"
  • Zum Seitenanfang

raven3

unregistriert

7

Sonntag, 4. November 2007, 00:27

Danke für eure Antworten.

Also: Ich habe mich jetzt nach meinem Beitrag hier selber gefragt, was ist das beste für mich:
Ich werde die Behandlung in Vollnarkose machen lassen. Schlimmer ist es, wenn ich aus angst, weil einiges zu reparieren ist, ich eine Behandlung noch mehrere Monate oder Jahre rausschiebe und es so schlimm wird, dass meine Zähne irgenwann total kaputt sind.

Ich habe schon öfters mit dem Gedanken gespielt mir prof. Hilfe zu suchen, habe aber keine Ahnung was es für Möglichkeiten gibt. Jedenfalls kommt das in Frage, wenn das schlimmste überstanden ist und es mir allgemein wieder besser geht. Mir ist auch klar, dass ich später nicht jede einzelne Füllung in VN machen lassen kann.

Ich werde der ZÄ jetzt einfach vertrauen. Die Aussage meiner Bekannten hat mich eben total verunsichert, aber ich habe im Internet selber nachgelesen, dass die Behandlungzeit in VN kürzer ist, weil einige Arbeitsschritte eingespart werden können. Was genau weiß ich nicht.
  • Zum Seitenanfang

Rike

unregistriert

8

Sonntag, 4. November 2007, 06:36

Zitat

weil einige Arbeitsschritte eingespart werden können. Was genau weiß ich nicht.
:rolleyes:

Das solltest Du dann aber vielleicht vorher rausfinden, hm? Weil... ein Zahn, der gezogen ist, ist raus. WBs sind unter VN nur in einer Stufe möglich, sollten aber eigentlich, um wirklich sicher zu sein, wenigstens die Möglichkeit von mehreren Terminen haben. Ich verstehe die Verlockung, das alles in einem Abwasch und ohne eigene "Anwesenheit" hinter sich zu bringen, durchaus. Aber ich wünsche Dir... na ja. Eben kein böses Erwachen.
  • Zum Seitenanfang

Nellchen

Erfahrungspunkte:

Beiträge: 236

Geschlecht: Weiblich

Wohnort: Sachsen

9

Sonntag, 4. November 2007, 12:25

Hallo raven,

meine vollnarkose hat genau 2 stunden gedauert.
In der zeit wurden 11 füllungen gemacht, 2 zähne gezogen, 2 zähne wurden wurzelbehandelt, und an einem sehr vereiterten zahn wurde eine wurzel entfernt.

Am nächsten tag bin ich dann zur kontrolle hin, und von angst konnte ich in dem moment wirklich nicht reden, denn ich wußte, das schlimmste hatte ich erstmal geschafft. Meine füllungen die etwas drückten, wurden bechliffen, das war überhaupt nicht schlimm und tat auch überhaupt nicht weh.

Ich wünsche dir alles gute für deine vn-behandlung, du wirst sehen, das wird schon.

Lg, nellchen.
Es sind nicht die Dinge die man getan hat, die man später am meisten bereut. Es sind die, die man nicht getan hat.
  • Zum Seitenanfang