Endlich traue ich mich, über mein Problem zu reden...
Nachdem ich in den vergangenen Monaten und Jahren immer wieder versucht habe, den Mut zu fassen endlich wieder zum Zahnarzt zu gehen, ich aber immer wieder an meiner eigenen Angst, Feigheit und Scham gescheitert bin, ist nun der Punkt erreicht, an dem ich einem Zahnarztbesuch nicht weiter ausweichen kann. Seit gestern Abend lese ich nun die verschiedensten Posts von Leidensgenossen und habe dadurch auch endlich den Mut gefasst, mich meiner eigenen Geschichte zu stellen.
Ich bin 23 Jahre alt und war seit nunmehr 4 Jahren nicht mehr beim Zahnarzt. Meine Leidensgeschichte beginnt allerdings schon in der Kindheit, in der mir mehrere alles andere als einfühlsame Ärzte die Angst in die Knochen trieben. Dementsprechend war jeder Zahnarztbesuch auch immer eine Tortur, das schöne Lächeln hinterher hat jedoch für einiges entschädigt. Vor vier Jahren allerdings hat mein damaliger Zahnarzt geschlampt, drei Monate nachdem mir zahlreiche neue Füllungen eingesetzt worden waren, löste sich eine von ihnen und das Unheil nahm seinen Lauf. Nachdem der Zahn nun ohne Füllung dastand und mich die Angst wieder lähmte, vergingen die Monate ohne dass ich einen Zahnarzt aufsuchte. Der Zahn bröckelte daraufhin auseinander, und die Scham machte es mir unmöglich, einen ZA-Besuch auch nur in Erwägung zu ziehen. Nun ist allerdings ein Stück eines anderen Zahns einfach abgebrochen, dazu kommen Füllungen in Schneide- und zahlreichen anderen Zähnen die dringend gewechselt werden müssen - insgesamt ein alles andere als schönes Bild, das zudem nicht schmerzfrei ist. Seit Monaten schon traue ich mich weder richtig zu lächeln oder zu lachen, noch genüsslich zu essen. So kann es aber nicht mehr weitergehen, ich habe das Gefühl, dass, wenn ich jetzt untätig bleibe, alles nur noch schlimmer wird. Ich will einfach nur wieder mein Leben genießen und unbeschwert lachen können…
Ein anderer Faktor, der mich einen ZA-Besuch hinauszögern lässt, sind neben der bereits beschriebenen Angst und Scham die Kosten. Da ich noch Studentin bin und entsprechend wenig Mittel zur Verfügung habe, habe ich zunehmend auch Angst vor den horrenden Zahlungen, die ich auf mich zukommen sehe und von denen ich nicht weiß, wie genau ich sie stemmen soll.
Ich habe mit Freude von all den Menschen gelesen, denen in diesem Forum geholfen werden konnte und so hoffe auch ich auf Hilfe und Unterstützung. Alleine werde ich die Tortur, die mir bevorsteht, nämlich nicht bewältigen können. Und der erste Schritt, den ich in den nächsten Tagen unternehmen will, ist es, einen geeigneten ZA für mich zu finden. Jemanden, der sich Zeit für mich nimmt und mir zeigt, dass meine Angst unbegründet ist. Jemand, der mein Gebiss wieder in Ordnung bringt und seine Arbeit auch gut macht, und das ohne mich über den Tisch zu ziehen und mir unverhältnismäßige Kosten aufzubürden.
Es kostet mich bereits viel Überwindung, über all das zu schreiben, doch ich hoffe, dass ich nun endlich auf dem richtigen Weg bin und mein Problem endlich lösen kann.