Hallo baumi,
erst mal ein herzliches Willkommen hier im Forum. Du hast schon mal den Mut aufgebracht dir einen Termin zu vereinbaren, das ist doch schon ein riesen Schritt!
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Ich lese deine Zeilen überhaupt nicht übertrieben, es ist einfach die Angst die uns Dinge vermeiden lässt, man hofft insgeheim auf Wunder, wissen aber, das wird nicht sein. Ja vielleicht morgen, nächste Woche, nächster Monat, im nächsten Jahr wird alles anders........ so jedenfalls dachte ich oftmals und was ist heute, ja nachdem ich meine erste große Behandlung durch habe, frage ich mich immer und immer mal wieder, wie konnte ich nur so "dumm", so naiv sein und nicht zum Zahnarzt zu gehen. Irgendwie sitzen wir mit unserer Angst oder den Ängsten doch im selben Boot, egal wie sich die Angst bei jedem zeigen mag, sie ist und was tun wir, wir lassen sie nicht los, im Gegenteil wir halten sie sogar krampfhaft fest.
Mach dir um deine Angst, die wie du schreibst im Moment die größte ist, dass der Zahnarzt deine "schlechten" Zähne sieht und sich womöglich, so wie du vielleicht vermutest, die Hände über den Kopf zusammenschlagen könnte, keine Sorgen. Ein guter Zahnarzt und damit meine ich auch einen Menschen mit Moral, wird dich sowas von total "normal" und neutral behandeln. Betrachte es mal so. Du gehst mit deinem Gebrauchtwagen zu einem Autohändler mit der Absicht dir entweder einen Neuwagen oder einen so gut wie neuen Wagen anzuschaffen, du bist Kunde! Ich denke jemand der mit dem Verkauf von Autos auch seine Existenz sichert, wird dir mit Freundlichkeit begegnen, aber auch, er braucht weiterhin Kunden die mit ihm und seinen Leistungen zufrieden sind und somit wird er dir sicher nicht sagen, "ey was fahren sie für eine alte Karre, schämen sie sich denn überhaupt nicht........." und für sich selbst will doch jeder einen gute Arbeit leisten, meinst du nicht auch, wenn du das mal ohne Angst anschaust?
Du schreibst du kommst dir wie ein kleines Kind vor, wir sind alle in uns auch noch Kinder, Erwachsen sein bedeutet nicht über allem stehen zu müssen, oder alles bewältigen zu können, denn Angst macht vor Erwachsenen keinen Halt, auch hierfür gibt es keinen Grund sich zu schämen. Es ist meiner Meinung nach vollkommen "normal" Angst zu haben, sie auch haben zu dürfen, es ist ein Gefühl und leider halten wir oft unbewusst an diesem Gefühl fest in dem wir versuchen sie zu verdrängen, zu verstecken.......
Ich bin auch ein "Kanditat" der es fertig brachte über einige Jahre hinweg den Besuch beim Zahnarzt zu vermeiden, ich war der festen Überzeugung, da bei mir fast alle Zähne schon seit Jahren überkront waren, was soll schon sein, ich habe Zahnfleischbluten und Mundgeruch ignoriert. Ich habe es dann in Angriff genommen, griff zum Telefon, habe beim ZA angerufen, Termin vereinbart und bin da hin. Das Resultat meiner Vermeidungshaltung war, im Oberkiefer mussten alle Kronen abgemacht, die 4 Frontzähne und ein Eckzahn mussten gezogen werden, da sie sich gelockert haben, Eiterbildung und Entzündung "gratis" mit dazu......
Meine Angst war dann nicht mehr die Angst vor der Behandlung, nicht mehr vordergründig, in mir kam die Angst hoch durch den Eiter und die Entzündungen, das könnte Folgen für meine Gesundheit haben.
Pflanzliche Präparate gibt es sicher genügend in den Apotheken, einfach mal dort nachfragen oder beziehe deinen Hausarzt mit ein, schildere deine Angst. Ich denke, bei deinem ersten Termin wird nichts passieren, es wird nur eine Bestandsaufnahme gemacht, ein Röntgenbild. Dein Zahnarzt kann und wird immer nur mit deinem Einverständnis eine Behandlung machen können, du hast also zu jedem Zeitpunkt die Kontrolle über dich und dem was du möchtest.
Was mir letztendlich geholfen hat, bzw. mir alles etwas erleichterte, war, der Gedanke das es nicht nur mich und mein Problem gibt, das es so viele Menschen gibt, die chronisch schwer erkrankt sind, täglich mit Schmerzen leben müssen, es gibt soviel Elend und ich stand da in guter Gesundheit und meiner Angst, doch vor was, vor dem das mir geholfen werden kann.......ich wusste vom Verstand her, ich habe kein Problem, ich mach mir eines. Aber jeder ist anders, das hat mir und meiner Denkweise eben geholfen und tut es immer noch. Mittlerweile sage ich mir (auch wenn ich hier und da jammern werde) gedanklich, du landest nicht auf dem elektischen Stuhl, du gehst um deinetwillen zum Zahnarzt, nur für dich selbst und nur für deine Gesundheit und, etwas Angst und etwas zittrige Beine dürfen mich gerne begleiten. Ich spreche über das worüber ich denke, also über meine Angstgedanken und mir hilft das.
Viele User hier und im Chat haben mir sehr sehr viel geholfen, durch das Lesen was andere auch alles bewältigen müssen, halft wirklich sehr. Ich habe mir erlaubt die ein oder andere Frage per PN zu stellen, nachdem ich hier und da im Forum die Beiträge gelesen habe und meine Fragen wurden beantwortet und dafür war ich sehr dankbar. Ja das war mein Weg und ich hoffe du findest und packst deinen Weg. Ich bin auch noch nicht fertig mit meinen Behandlungen, am 6. Februar geht es für mich was Endlösung im Oberkiefer betrifft auch weiter, danach möchte ich vollen Mutes das Unterkiefer "restaurieren" lassen und immer mehr freue ich mich auch darauf, auf die Zeit in der Zähne einfach total "normal" werden, ich meine, nicht mehr daran denken, was könnte noch alles passieren, sich lockern oder ich Mundgeruch habe.
Einfach positiv denken, selbst wenn es noch so negativ aussehen mag, es findet sich immer was gutes dabei.
Ich hoffe ich habe dich nun nicht zugetextet
Du schaffst das, glaub an dich und es gibt keinen Grund sich zu schämen!
Schildkröte