JEDER!!!! kann es schaffen wenn er nur will!
Hallo liebe Leidensgenossen,
jetzt ist ein Jahr rum. Und ich dachte ich verfasse diesen Bericht, um anderen, die die Hoffnung schon am aufgeben sind, einen ein wenig Mut zu machen!
Heute vor einem Jahr kann man sagen ist der Knoten geplatzt, als hätte jemand den Schalter in meinem Kopf umgelegt. Ja, ich denke, das ist wohl die treffendste Beschreibung!
Ich war schon immer ein Angsthase, irgendwann mit 13 rum war ich beim Zahnarzt immer mit Angst. Aber naja ihr wisst ja, man geht hin die Mutter schleppt einen hin usw. Aber schon da waren meine Zähne nicht sehr gut, schnell anfällig für Karies. So habe ich bereits recht früh Füllungen gehabt. Irgendwann, ab dem frühen Teenageralter, hat sich meine Angst so hochgeschaukelt, dass ich strikt nicht mehr hin bin. Schön ignorieren, dass klappt sogar zeitweise wunderbar! Man bedenke, ich hatte schon von Natur aus nicht sehr gute Zähne.
Das Ende vom Lied war, Zähne brachen ab, alle Backenzähne waren am bröseln, aber schön alles verdrängen! Immer mehr Zähne (zum Glück, oder auch zu meinen Pech nur hinten…wäre vorne was gewesen, wär ich wohl zwangsweise früher hin).
Diese Angst hat mich zerfressen, ich dachte sowas wie: Hey genieß den Sommer, dass wird der letzte sein an dem du noch so lächeln kannst, das man es nicht sieht. Nächstes Jahr um die Zeit werden die Zähne vorne auch anfangen kaputt zu gehen. Oder: Hey ab nächstes Jahr kannst das und das nicht mehr also nutz es aus. Das ist schon so krass, dass man sich solche Gedanken macht, anstatt zu denken: Hey ich muss zum Arzt!
Irgendwann 2005 bin ich dann zum Arzt, weil mir eine Füllung vorne raus gebrochen ist. Ich hatte keine andere Wahl. Außerdem war vor 6 Jahren noch nicht soooooo viel( relativ gesehen) im Argen wie jetzt 2011.Der Arzt war sooo nett wirklich. Er meinte wenn ich jetzt komme, man kann noch vieles retten! Ich war glücklich, dachte ja jetzt geht’s los. Naja am Ende bin ich ca. 4-mal hin und dann wieder nicht, obwohl der Arzt ein Engel war.
An Silvester 2009/10 eines der schlimmsten meines Lebens. Mein hinterer Backenzahn fing an weh zu tun so ca. 3 Tage vor Silvester. Ja, gut dachte ich schmeißt paar Tabletten rein, geht schon. Naja es ging auch, bis dann genau Punk 31.12 wo ich so höllische Schmerzen hatte, dass ich die Wände hätte hochgehen können. Ich sah aus… meine Backe mein Gesicht! Ich konnte mich kaum bewegen, ich lag wie ne Tote im Bett. Jede einzelne Bewegung hat so weh getan. Ich hab alle Liegepositionen durchprobiert, vielleicht tut es ja nicht weh wenn ich mich so oder so hinlege. Alles hab ich versucht nur bitte nicht zum Doc. Es wurde immer schlimmer. Meine Mutter ist schier durchgedreht und meinte das kann aufs Herz. Nach dem sie mir versicherte, dass der Arzt nichts macht nur Antibiotika verschreibt bin ich zum Notdoktor, der mir dann auch Antib. gegeben hat und gesagt hat der Zahn muss schnell raus! Wo alle am feiern und freuen waren saß ich daheim mit unglaublichen Schmerzen im Bett! Das war die HÖLLE! Diese Schmerzen!!!
Ich hab mir geschworen ich pack es an. Im Februar 2010 hatte ich einen Termin beim Zahnarzt von damals. Ja, und was hab ich gemacht ich hab meiner Mutter gesagt sie soll hin, ich bin zu arg mit meinen Studium beschäftigt. Wenn meine Mutter dann was gesagt hat, bin ich richtig aggressiv geworden.
Ich finde schlimmer als das ganze körperliche ist das psychische, aufpassen wie man lächelt, jeden Morgen und nach jedem Essen mit der Zunge „nachschauen“ ist alles ok? Oder ist noch mehr abgebrochen? Man träumt immer öfter von den Zähnen! Zu wissen, dass es eigentlich so nicht weitergehen kann, zu wissen hey deine Zähne sind allesamt kaputt vielleicht brauchst du schon längst en Gebiss! Aber die Angst war immer größer, diese verdammte Angst.
Man hat es verdrängt, es belastet einen jeden Tag im Inneren. Aber es ist so, als wär man handlungsunfähig, weil einen die Angst so lähmt. Ich hab immer gedacht hey genieß den Kuss von deinem Freund wer weiß, nächstes Jahr ist das nicht mehr möglich. Unglaublich oder? Ich sag ganz ehrlich: Ich hatte damit abgeschlossen, dass ich es schaffe meine Zähne auf normalen Weg wieder hinzubekommen. Ich wusste du kannst es nicht !!!!!!! Du kannst nicht zum Arzt. Allein der Gedanke hat mich umgebracht. UNMÖGLICH. Ich werde es niemals schaffen… der Gedanke an den Arzt allein hat mich ja schon tausend Tote sterben lassen… Ich hatte damit irgendwie abgeschlossen …………Ich hatte mit einem normalen Leben irgendwie abgeschlossen, ohne Zähne ist ja kein normales Leben möglich. Also hab ich alles als ein letztes Mal gesehen was man
noch mit nicht kaputten Zähnen im Frontbereich machen kann. Bis…………………..
Ja bis dann eines Tages wirklich es war kein besonderer Tag. Ich war im Garten hab irgendwas gemacht. Auf einmal bricht wieder ein Stück vom Zahn ab, der kurz vor dem Backenzahn (der war schon fast ganz weggebrochen und jetzt dann halt vollkommen). Irgendwie hat es da Klick gemacht, ich bin auf meine Knie zusammen gebrochen habe geweint wie ein Hund. Ganz allein saß ich da und bin einfach völlig zusammen gebrochen hab Flüsse geweint, ich konnte nicht mehr! Ich wusste es geht nicht mehr ES GEHT NICHT MEHR. Ansonsten gibt es keine Zukunft!
Ich hab meiner Mutter gesagt ruf bitte den Zahnarzt an und mach bitte einen Termin. Hat sie auch. Mein Termin stand Ende 2010. Und ich hab es durchgezogen UNGLAUBLICH. Ich bin zu jedem einzelnen Termin hin. Jetzt ein Jahr später hab ich gesunde Zähne ohne Karies. Ich hab alles in einem Jahr Behandlung geschafft!
Ohne Narkose alles Schritt für Schritt. Sicherlich über 30 Termine….Zähne ziehen, WB, Schleifen, Bohren, Zahnersatz. Wäre ich mal früher hin, ich hätte sicher weniger Kronen gebraucht. Das ärgert mich jetzt, aber so ist das nun mal. Heutzutage sieht man den Unterschied nicht mehr. Alles in kleinen Schritten , innerhalb eines Jahres. Mein Zahnarzt sagte am ersten Termin: Wir schaffen das. Sie müssen nur kommen. Er hat mir so viel Mut gegeben er hat mich mit meiner Angst genommen und hatte Geduld. Dieser Arzt ist mein Held, mein Engel. Er hat mich nie verurteilt. Er hat mich neulich erst umarmt und gesagt er sei so stolz auf mich. Das hat mich so berührt…das ich echt Tränen vergossen hab und nicht vor Angst
J Und wohl bemerkt dieser ist kein spezialisierter Angstzahnarzt! Aber er hat mich nie wie eine Patientin behandelt, sondern als einen Menschen mit Angst. Ich habe das wirklich nie nie NNIEEEEEE gedacht, dass ich es schaffe. Ich hatte mit dem Leben teilweise abgeschlossen. Ich der größte Angsthase weit und breit. Aber ich habe es. Ich weiß noch, ich hatte so Angst vor dem ersten Termin, davor, dass ich vielleicht doch nicht hingehe. Aber ich bin einfach hin, hab meine Füße bewegt und bin hin. Ich kann das gar nicht beschrieben woher ich den Mut hatte. Ich wusste nur eins, entweder ich geh jetzt hin oder ich bin für immer verloren! Also hab ich einen Schritt nach dem anderen zur ZA Praxis gemacht.
Ihr könnt es alle schaffen! WIRKLICH IHR KÖNNT ES! Ich hab alles durch und ich muss sagen, es ist nicht schlimm. Weder tut es weh oder sonst was. Es ist nur diese irrationale Angst. Mit dem Zahnarzt eures Vertrauens könnt ihr es schaffen, das versprech ich euch! Das schlimme ist einfach diese Angst davor, dieses komische Gefühl das man nicht fühlen will. Aber das ist eigentlich das schlimmste, dass
Gefühl vorher, die Behandlung an sich ist gar nicht so schlimm.
Die Ängste die man hat:
-Schamà Ein guter netter menschlicher Arzt verurteilt dich nicht, sondern sagt WIR schaffen das. (Wenn man also beim ersten Termin merkt der behandelt einen nicht gut , ist das ein super Ausschlusskriterium schon am Anfang wenn noch nichts gemacht wird )
- Angst vor Schmerzenà Mit ner guten Betäubung darf es nicht weh tun!
-Kosten- >Heutzutage sind Ratenzahlung schon fast üblich. Es bieten viele sowas an, grade weil man beim Ersatz nicht en Haufen aufn Konto hat. Außerdem zahlt die KK die Regelversorgung. Keiner muss ohne Zähne rumlaufen!
-Termine Zeit etc. Heutzutage haben die Zahnärzte Öffnungszeiten die nicht nur bis 17 Uhr gehen. Weil wir eben alle schaffen müssen. Man hat also immer die Möglichkeit!
Ich hatte so große Angst, auch jetzt gehört der Gang zum Zahnarzt nicht zu meinen Hobbies. Aber es ist einfach nicht so schlimm wie man es sich ausmalt. Ich bin auch eine Phobie Patientin. Wenn es jemand sag der diese Angst nicht kennt und anders empfindet und sagt_:“Ach komm stell dich nicht so an usw. es ist nicht schlimm“ man mag ihm nicht glauben, denn er weiß einfach nicht wie man sich als Phobiker fühlt.
Aber ich sage euch, weil ich genau in dieser Lage bin: Man schafft es!!!!!!!!!!!!!
Jeder Weg, jedes Ziel beginnt mit dem ersten Schritt und jede Sekunde habt ihr die Möglichkeit es zu ändern. Was ich sagen will: JEDER KANN ES SCHAFFEN WIRKLICH! Ich hab es auch ganz alleine geschafft mit meinem Zahnarzt zusammen. Ich hoffe ich konnte denen die alles vor sich haben ein wenig die Angst durch Mut ersetzen! Wenn ihr Fragen zu irgendwas habt bin ich immer offen
J
Es Grüßt euch,
die Kleine