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Glühwürmchen

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1

Mittwoch, 14. Dezember 2011, 22:38

Meine Angst . . .

Guten abend allerseits,
also, nun habe ich auch mal den Weg hergefunden. Ich bin 29 Jahre alt und durch schlimme Kindheitserlebnisse beim Zahnarzt, Zähne ziehen usw., habe ich panische Angst.
Ich bin aufgrund von Depressionen, Zwängen und Panik schon Rentnerin.

Meine Zahnarztgeschichte sieht wie folgt aus: Ab 13 Lebensjahr nicht mehr zum Zahnarzt, das erste mal wieder mit 21 hin, habe zum Glück einen sehr netten Arzt gefunden der mir eine Krone und 4 Füllungen machte, mit Behandlung unter Hypnose ging es einigermaßen. Mit 25 dann wieder hin, diesmal 3 Füllungen auch wieder mit Hypnose die aber nicht mehr so half wie damals.
Nun habe ich mich wieder mal durchgerungen und war im Oktober dort. Der Kontrolltermin lief schon katastrophal ab, hyperventiliert, hysterisch geweint usw. Tage davor schon Schlaflosigkeit und Durchfall. Dann noch ein Termin zur Zahnreinigung, wieder Hölle und das selbe Spiel.
Leider brauche ich 5 Füllungen diesmal. Für mich stand sofort fest, das kann so nicht gemacht werden und auch der Arzt sagt, er kann mich so nicht behandeln. Also kam das Wort Vollnarkose ins Spiel. Die Krankenkasse sagte sofort, sie zahlen das keinesfalls, aber mein Vater möchte die Kosten übernehmen. Mein Zahnarzt sagte einem Anästhestisten bescheid, der in einer Praxis im selben Haus arbeitet, mit dem ich ein 5 Min Gespräch hatte. Näheres soll im nächsten Jahr besprochen werden.
Es hieß: 2,5 Stunden Behandlung 500 Euro. Das wäre ok, die Füllungen für 400 Euro, da kein Zement, zahlt mein Vater auch. Mir war aber dieser Arzt von der ersten Sekunde an unsympathisch und er konnte nicht gerade perfekt deutsch, das zusammen ließ mich wieder panisch werden. Nun bekomme ich ständig Panikattacken wenn ich an den denke und dass ich mein Leben in seine Hände legen soll. Mir ist der nicht geheuer. Er meinte zwar, er macht das seit 1989 und tagtäglich, aber wer weiß. Man hört ja auch Horrorstorys von schiefgegangen Narkosen. Gerade vorhin war wieder so eine Reportage im Fernsehen, deswegen kam ich auch eben hier her. Sofort kam wieder Herzrasen und Übelkeit.
Mein Vater geht nun davon aus, dass wir im Januar einen Termin machen für diese große Sache, aber wenn ich nur dran denke, fange ich an zu heulen. Ich traue diesem Typ nicht, aber will auch nicht den Zahnarzt wechseln , dem vertraue ich ja irgendwie. Was soll ich nur machen?! Wenn ich noch viel länger warte wird ja alles schlimmer. Habe zum Glück keinerlei Schmerzen und die Löcher sind noch nicht sehr groß und von außen sieht man auch nichts. Aber ewig geht das ja nicht so. Ich hatte gedacht, super, wir machen das unter Vollnarkose und alles wird gut. Aber seit ich den Typ gesehen habe ist die Angst so gestiegen.

Grüße vom Glühwürmchen
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Omantje

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2

Donnerstag, 15. Dezember 2011, 08:25

Hi Glühwürmchen,
willkommen erstmal hier.
So wie es sich für mich liest solltest du auf dein Bauchgefühl vertrauen und dich nicht in die Hände dieses Zahnarztes begeben! Ich habe das Gefühl das du selbst schon ganz dicht gemacht hast!

Vielleicht kuckst du mal im Netzt wo es bei dir noch Zahnärzte gibt und schreibst die einfach mal an schilderst deine Problematik und deine Ängste und machst erst mal einen kennen lern Termin!
Ich fand dafür diesen Thread sehr hilfreich!
1. Mail an den Doc


Ich habe grade vorgestern meine große Behandlung hinter mir welche ich in Analogsedierung habe machen lassen, und ich hätte es nicht geschafft jeden Zahn in einer Einzel Sitzung reparieren zu lassen. Bei mir wurden 8 Zähne und eine Professionelle Zahnreinigung innerhalb von 2 Stunden gemacht.. und 3 davon waren wirklich sehr ruiniert.. ich habe von der ganzen Prozedur wirklich gar nichts mit bekommen.
Durch meine Diagnose (Asperger Autismus) wurde diese auch komplett von der Krankenkasse bezahlt!
Aber was dein Weg sein wird das ist Individuell ganz verschieden..

... du stehst am Anfang und so wie du schreibst lese ich daraus einen starken Willen es zu tun.. ich bin mir sicher das du das kannst.
Viel Erfolg
Omantje
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Glühwürmchen

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3

Donnerstag, 15. Dezember 2011, 10:33

Hey Omantje,

danke für deine Antwort. Also, es geht ja nicht um den Zahnarzt, dem vertraue ich, der ist gut und mehr als verständnissvoll, der arbeitet ja extra mit Hypnose bei Angstpatienten. Es geht mir ja um den Narkosearzt den er hinzuzog. Einerseits denke ich, mein Arzt ist fähig, der wird keinen Pfuscher heranziehen für so eine Behandlung, aber dagegen steht meine Wahrnehmung von diesem Anästhesisten. Ich denke nicht, dass mein Zahnarzt, nur weil mir der Kerl nicht geheuer ist, einen anderen sucht. Ist ja Arbeit für ihn und er hat sicher schon mit dem zusammen gearbeitet. Ich schaffe es keinesfalls nun nochmal einen neuen Zahnarzt zu suchen, das würd ich nicht packen, das wäre in meiner allgemeinen psychischen Lage nicht machbar. Angst vor Neuem ist sowieso extrem und dann noch ein Arzt UND dann noch gerade Zahnarzt, nee nee, unmöglich. Davon abgesehen, mag ich den Arzt und vertraue ihm, das finde ich nicht so schnell wieder und würde ja wieder ewig dauern, bin bei ihm seit 8 Jahren. Kann froh sein, dass ich den habe. Traue mich nicht Recht ihm zu sagen, dass ich mich von dem Narkosearzt nicht behandeln lassen möchte.

Toll, dass du es geschafft hast, kannst sehr stolz auf dich sein und prima, dass alles so gut ablief. :]
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sheepish

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4

Donnerstag, 15. Dezember 2011, 11:12

Hallo Würmchen,

erst einmal herzlich Willkommen :)

das ist natürlich ein ganz gemeiner Zwiespalt, in dem du dich befindest. Zum Einen vertraust du deinem ZA, zum Anderen hat der Narkose-Onkel irgendwas an sich, was dir ganz und gar nicht zusagt.
Die Situation ist nicht einfach, denn immerhin musst du dich voll und ganz dem Arzt hingeben, er ist für die Beatmung usw. verantwortlich.
Da ist guter Rat teuer. Und wenn du mal ganz vorsichtig bei deinem ZA anmerkst, dass du dich bei dem Narkose-Onkel nicht wohl fühlst? Ich glaube nicht, dass er dir das übel nimmt.

Wenn ich es richtig gelesen habe, dann wäre es für dich äußerst schwierig einen anderen ZA aufzusuchen, was ja auch schade wäre eben weil du mit deinem ZA zufrieden bist.

Meinst du denn, es wäre für dich eine Option, dass du nur für die Vollnarkose in eine Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgie gehst?

Oder evtl. ein ganz anderer Plan? Meinst du, du kannst soviel Vertrauen zu deinem ZA aufbringen und evtl. mit einer beruhigenden Tablette oder dergleichen 1 Loch machen lassen und danach schauen, ob du die anderen 4 auch ohne Vollnarkose hinkriegst?

So eine Narkose ist eine ziemliche Belastung für den Körper und eine Füllung geht doch ratzfatz ;) daher überlege ich schon seit gestern, was an 5 Löchern 2,5 Stunden dauern soll, oder wird noch etwas anderes zusätzlich gemacht?

Vielleicht kannst du dir hier ja noch so viel Mut anlesen, dass du in 2 Tagen denkst "Hey, also die paar Füllungen kriege ich auch ohne VN hin, das wäre doch gelacht"

Ich habe hier viele Berichte gelesen von Leuten, die ebenfalls anfangs dachten, ohne VN würden sie es nicht schaffen und ganz viele von denen, haben es wunderbar gemeistert mit örtlicher Betäubung und diesen Schritt niemals bereut.

Oft unterschätzen wir uns selber und wir halten viel mehr aus, als wir uns selber zutrauen und ich kann mir schon vorstellen, dass auch du viel mutiger und tapferer bist, als du jetzt gerade selber denkst :)
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Glühwürmchen

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5

Donnerstag, 15. Dezember 2011, 12:20

Hey Sheepish

Danke für deine Antwort.
Also ohne die Vollnarkose werde ich es keinesfalls machen lassen. Sobald ich auf dem Stuhl liege fange ich mit hyperventilieren an, sobald ein Instrument in den Mund kommt fang ich noch an zu heulen, obwohl, das letzte mal kam ich schon heulend aus dem Wartezimmer in den Behandlungsraum. Müssen ja schon bei der Untersuchung ständig unterbrechen. Der Arzt macht dann Atemübungen mit mir, damit ich mich wieder fangen kann. Die Betäubungspritze in den Mund ist absoluter Horror, würde sie wohl aus der Hand schlagen. Sobald am Zahn rumgekratzt wird fängt alles wieder an und das Beruhigen war umsonst. Also kann ich die Füllungen nicht machen lassen. Die Löcher sitzen zwischen den Zähnen, kein Zement sondern Kunststoff, vielleicht dauert es deswegen 2,5 Std, keine Ahnung. Zusätzlich wird nichts gemacht nein.
Eine Vollnarkose macht mir nichts aus, das nehm ich gern in Kauf. Hatte vor zwei Jahren eine Hand OP und das war kein Problem. Nehme auch derzeit keine starken Medikamente, nur Beruhigungsmittel. Fange erst nächstes Jahr wieder mit anderen an. Angst vor einer Vollnarkose habe ich also nicht, nur eben dummerweise vor dem der sie ausführen soll.
Mir wird im Grunde nichts anderes übrig bleiben, als meinem Zahnarzt zu sagen, dass ich das nicht mit diesem Narkosearzt machen kann und ob er noch jemand anderen kennt. Eine andere Lösung gibt es wohl nicht...

Wenn ich lese: Mut anlesen oder vielleicht gehts doch auch so etc,, kommt mir das ein wenig so vor, als ob ich doch nicht so ernst genommen werde hier wie ich dachte. Ich habe nicht einfach nur ein bißchen Angst, dazu kommt, wie gesagt, meine allgemein psych. Verfassung.
Nur weil ich keine Ruine im Mund habe und "NUR" 5 Füllungen brauche bin ich vielleicht kein schlimmer Fall für andere, kann ich schon verstehen. Aber man kennt ja auch nicht meine Diagnosen, wieviele Klinikaufenthalte ich schon hatte usw.

Grüße, Glühwürmchen.
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sheepish

unregistriert

6

Donnerstag, 15. Dezember 2011, 12:25

Zitat

Wenn ich lese: Mut anlesen oder vielleicht gehts doch auch so etc,, kommt mir das ein wenig so vor, als ob ich doch nicht so ernst genommen werde hier wie ich dachte.
Das war so nicht gemeint. Ich habe ja nur darauf aufmerksam machen wollen, dass hier Viele von uns Angsthasen ERST so gedacht haben und es dann doch geschafft haben. Damit wollte ich DEINE Ängste nicht kleinreden, sondern versuchen dich zu motivieren. Wenn das nun soooooo bei dir angekommen ist, dann tuts mir leid :)

Du wirst deinen Weg schon finden und gehen. Wünsche dir viel Erfolg :)
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Omantje

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7

Donnerstag, 15. Dezember 2011, 12:50

Ich glaube nicht das Mut anlesen als kein Verständnis bedeutet sondern eher viel mehr die Aufforderung darstellt zu sehn wo viele von uns standen und was sie geschafft haben und wie viele unterschiedliche Wege es gibt die Situation zu lösen.. natürlich gibt es Fälle die einem Dramatischer erscheinen und Fälle die Leichter aussehen von außen.. aber von innen betrachtet ist man selbst mit seiner Geschichte das was man bewältigen muss.. egal mit welchem Weg und ich bewundere hier jeden der es geschafft hat.. egal wie!

Und es gibt viele hier die ihre Geschichte außerhalb der Zahnarztangst haben! Sei versichert du bist hier nicht alleine!

Und mein Weg war auch der der Sedierung... und ich hätte es ohne nicht geschafft.. für mich und da spreche ich nur für mich war es so richtig und gut!

Ich finde wenn das so ist solltest du unbedingt mit deinem Zahnarzt reden und nachfragen.. hast du dir mal überlegt ob vielleicht eine Analogsedierung reicht? Ich habe sie als sehr sehr angenehm empfunden! War durch den sehr weichen Übergang nicht so beängstigend wie eine Narkose... hatte nicht so stark das Gefühl eines Kontrollverlustes!
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Löwenmama

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Donnerstag, 15. Dezember 2011, 14:18

Hallo Glühwürmchen,

ich denke auch das du mit deinem ZA reden solltest das du mit dem Narkose Artzt nicht kannst und Dir da eine alternative suchen. Zu nah möchte ich dir jetzt nicht treten und akzeptiere deine Entscheidung für diesen weg voll und ganz. Um die Angst irgendwann mal ganz zu besiegen hast du evtl mal über die Hilfe nachgedacht evtl nur wen Du das möchtest und auch bereit dazu bist gegebenenfals in eine therapie zu gehn die dir da helfen könnte. Das ist wie gesagt deine Entscheidung die dir keiner abnehmen kann. Diese könnte dir evtl dann helfen wen du 1. den willen dazu hast vileicht in xy jahren auch mal die Behandlung beim ZA ohne eine vn zu schafen. Für den jetzigen Zeitpunkt verstehe ich es das es keine andere möglichkeit gibt da du es ja vorher schonmal versucht hast und dein ZA diese ebenfals als notwendig sieht.

ICh wünsche Dir das deine Wünsche respektiert werden und du einen anderen narkose artzt bekommen kannst.

LG Löwenmama
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9

Donnerstag, 15. Dezember 2011, 16:20

hallo Würmchen,
jeder muss seinen eigenen Weg gehen, Hauptsache man ist mit sich selber darüber im Einklang.

es hat nichts mit "nicht ernstnehmen" zu tun hier wenn man Dich fragt ob Du es erstmal "so" probieren willst.
Viele kommen hier wirklich und schreien sofort nach einer Narkose. Wenn sie dann das erste Mal beim ZA waren,
ja dann fallen ganz viele mit ihrer Meinung wieder um und lassen alles in örtlicher Betäubung machen.

wir können in Deine Psyche von aussen nicht reinschauen, wir lesen Dich "nur" und kennen weder Dich noch
Deine Geschichte.
Deshalb ist das alles bestimmt nicht böse gemeint.

Ich denke Du wirst nicht drumrum kommen Deinen ZA drauf anzusprechen. Wobei ich glaube das das schwierig
wird. Die meisten ZÄ haben einen bestimmten Anästhesisten der in die Praxis kommt und wo sie schon ewig mit
zusammenarbeiten. Was wäre wenn der 2te Dir auch nicht gefallen würde?

ich hoffe aber für Dich das alles so vonstatten geht wie Du es Dir wünscht

LG
Sabine
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Odissi

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Montag, 19. Dezember 2011, 20:56

Hallo Glühwürmchen

Ich glaube auch, dass das Aufzeigen möglicher Alternativen nichts anderes sein soll als das. Ich hatte auch schreckliche Erlebnisse als Kind und musste meine Zähne angehen, alleinerziehend und erwerbstätig ohne Unterstützung und das aus einer reaktiven Depression heraus. Da kam für mich nur Vollnarkose in Frage - auf einen Rat (!) meines ZA, dem ich (weil ich den für mich richtigen gefunden hatte), habe ich dann darauf verzichtet.

Das heisst aber nicht, dass Du das auch sollst - aber es macht Sinn, wenn Du mit Deinem ZA (dem Du ja vertraust) Alternativen besprichts, wie z.Bsp. die von Omantje geschilderte.

Und ausserdem darfst Du ihm auch ruhig sagen, dass Du bei dem Anästhesisten kein gutes Gefühl hast - für so einen Eingriff wie eine Vollnarkose ist das aber ganz klar eine Voraussetzung. Gut möglich, dass er auch mit anderen zusammen arbeitet. Er wird Dich sicher verstehen und wird auch Deine diesbezüglich Angst ernst nehmen.

Liebe Grüsse
Odissi
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