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Christian

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1

Donnerstag, 1. Dezember 2011, 23:39

Nach >20 Jahren beim ZA – und riesig Glück gehabt!!!

Hallo,



als Kind/Jugendlicher habe ich schlimme Erfahrungen beim ZA gemacht. Eigentlich waren es keine dramatischen Behandlungen. Es ging um das Ziehen von 2 Milchzähnen und Karies. Mein Problem war aber, dass ich einen absolut unsensiblen ZA hatte. Hinter meinem Rücken wurde immer viel mit Instrumenten geklappert, ich habe Äußerungen wie „dann kann der Kleine schon mal sein Testament machen“ mitbekommen und letztendlich hatte ich bei den Behandlungen immer wahnsinnige Schmerzen (trotz Spritze). So ab 12 haben mich meine Eltern alleine zum ZA gehen lassen. Meine Eltern –besonders mein Vater- sind in Bezug auf ZA hart im Nehmen und gehen zum ZA wie andere zum Friseur. Damit waren meine Eltern nicht die richtigen Ansprechpartner für mich. Irgendwann bin ich dazu übergegangen, statt zum ZA einfach eine Stunde in der Stadt rumzulaufen. Meinen Eltern habe ich anschließend erzählt, dass beim ZA alles OK war.



Jahre –ach nee, es sind zwei Jahrzehnte- war ich dann nicht in zahnärztlicher Behandlung. Vor 10 Jahren hatte ich mal eine dicke Wange und habe das Thema dann doch mal in Angriff genommen. Ein ZA konnte aber nichts machen und hat mich für 2 EXen zum KC überwiesen. Da war ich dann auch zur Erstbesprechung und habe direkt meine Ängste geschildert. „Kein Problem. Sie bekommen eine Mir-ist-alles-scheißegal-Spritze“. Den Ausdruck Mir-ist-alles-scheißegal-Spritze hat er so wirklich benutzt. Anstatt mit zu erklären, was das ist, zumindest ansatzweise zu versuchen, mir etwas die Angst zu nehmen, so ein Kraftausdruck und dann hatte er das Zimmer auch schon wieder verlassen. Ich dann auch und das für immer. Durch diese „Begegnung“ mit dem KC habe ich mich in meiner Angst bestätigt gesehen: ZA und ich – das passt nicht zusammen.



Dann habe ich geheiratet. Meine Frau machte ab und an mal Bemerkungen. „Lass dir doch beim nächsten ZA-Besuch mal die Flecken an den Schneidezähnen wegpolieren“. Die Abstände ihrer Bemerkungen zu meinen Zähnen wurden immer kürzer. Wovon sie sprach, wusste ich nicht. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mir meine Zähne bereits seit Jahren nicht mehr im Spiegel angesehen. Aber ich wusste jetzt, es gibt da etwas zu sehen, was nicht schön aussieht. Die folgenden Jahre waren (sorry) scheiße! Ich habe richtige Versteckverhaltensmuster entwickelt:

- Im Biergarten immer einen Platz mit der Sonne im Rücken suchen

- mit dem Frisör nicht reden, weil man ja seine eigenen Zähne im Spiegel sehen könnte

- beim Sprechen die Zähne verstecken

- nicht ohne vorgehaltene Hand lachen

- Beim Rasieren den Mund so fest zupressen, dass die Lippen schon weiß werden. Bloß im Spiegel nicht die eigenen Zähne sehen.



Aber was erzähle ich euch da. Ihr kennt dieses Versteckspiel ja alle bestimmt auch aus eigener Erfahrung.



Bein einem Umzug habe ich dann ein zu dem Zeitpunkt etwa 6-8 Jahre altes Foto gefunden. Darauf war ein Mann, der in die Kamera gelächelt hat. Und der Mann hatte schöne weiße, gleichmäßige Zähne. Und der Mann war ich. Mir ist da bewusst geworden, dass ich schon lange nicht mehr so gelächelt habe. Auf allen neueren Bildern war mein Mund immer zu.



Meine Frau hat zwischenzeitig weiter gebohrt. Aus „Wann gehst du denn mal zum Zahnarzt?“ wurde „Warum gehst du nicht zum Zahnarzt?“



Diese permanenten Nachfragen und vor allem mein permanentes Versteckspiel ging mir irgendwann mächtig auf den Zeiger. Der Druck war kaum noch auszuhalten. Es war auch schon so schlimm, dass ich über Selbstmord nachgedacht habe.



Im Sommer 2010 hat mich meine Frau dann noch mal gefragt. Das war nach dem Grillen und einigen Flaschen Bier. An diesem Abend ist dann die Bombe geplatzt. Ich habe meiner Frau gebeichtet, dass ich panische Angst vorm ZA habe. Dass war der Abend, an dem mein Weg in ein neues Leben begann.



Viele Grüße



Christian



Fortsetzung folgt…
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Christian

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2

Donnerstag, 1. Dezember 2011, 23:54

Der Verhaltenstherapeut

Mir war nun klar, dass etwas passieren muss. Aber meine Angst war riesig. Also habe ich mit meinem Hausarzt gesprochen. Er hat mir den Besuch bei einem Verhaltenstherapeuten empfohlen. Gar nicht so einfach, einen Therapeuten zu finden, der noch Patienten aufnimmt. Nach 4-5 Monaten Wartezeit dann endlich der erste Termin. Nach 8 Sitzungen bei dem Therapeuten (wir haben geredet, Videos von Zahnarztbehandlungen gesehen usw.) kam dann der Vorschlag, ich soll ihn doch nächste Woche bei seinem Zahnarztbesuch zur Kontrolluntersuchung begleiten.



ICH soll in eine ZA-Praxis gehen? Ja, warum eigentlich nicht. Patient ist ja mein Therapeut. Mir passiert ja nichts. Also waren wir 2x zusammen beim ZA. Erst nur zur Kontrolluntersuchung, dann noch zur PZR. Ich saß bei beiden Terminen mit im Zimmer und habe zugeschaut. Dabei ist mir aufgefallen, dass der Zahnarzt sehr sehr vorsichtig ist. Mit spitzen Fingern und feinen Instrumenten hat er vorsichtig Untersucht und behandelt. Wie sensibel das ablief, hat mich richtig gewundert.



Nach dem 2. Termin bin ich mit meinem Therapeuten dann in das Wartezimmer des ZA gegangen. Seine Frage „Sollen wir jetzt gleich mal einen Termin für Sie machen? Nur zum anschauen!“. Ich war so ein bisschen wie im Rausch und habe ja gesagt. Also nach vorne zum Empfang und einen Termin gemacht. 08.09.2011 – 9:00 Uhr!



Viele Grüße



Christian
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Panik-Mops

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3

Freitag, 2. Dezember 2011, 00:13

Hallo Christian,

das ist ja bisher eine interessante Geschichte.
Vor allem das mit dem Therapeuten. Ich hab mich immer gefragt mit welchen Methoden die so arbeiten. Hätte jetzt nicht gedacht, dass die einen mit zu ihren eigenen ZA-Terminen nehmen 8|

Der Anfang kommt mir auch sehr bekannt vor, mit Ausnahme des Rasierens ;)

Ich hoffe wir bekommen die Fortsetzung noch zu lesen!?

LG,
Mops
Wohin die Reise geht, hängt nicht davon ab, woher der Wind weht, sondern wie man die Segel setzt.
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Christian

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4

Freitag, 2. Dezember 2011, 23:07

Hallo Christian,

das ist ja bisher eine interessante Geschichte.
Vor allem das mit dem Therapeuten. Ich hab mich immer gefragt mit welchen Methoden die so arbeiten. Hätte jetzt nicht gedacht, dass die einen mit zu ihren eigenen ZA-Terminen nehmen 8|

Der Anfang kommt mir auch sehr bekannt vor, mit Ausnahme des Rasierens ;)

Ich hoffe wir bekommen die Fortsetzung noch zu lesen!?

LG,
Mops

Hallo Mops,



klar scheibe ich weiter. Ich habe hier zwar nicht aktiv durch Beiträge nach Hilfe gesucht, mitlesen tue ich hier aber schon lange. Das Forum war mir auf meinem bisherigen Weg eine große Hilfe. Daher möchte ich nun auch meine Geschichte erzählen, da ich damit möglicherweise anderen "Mitleidenden" Mut machen und helfen kann.



Mein Therapeut scheint ein Freund der Konfrontationstherapie zu sein. Ich weiß nicht, ob es "normal" ist, mit seinem Therapeuten zum ZA zu gehen. Er hat mir auch von einer Patientin erzählt, die nicht quer durch ein Kaufhaus laufen konnte. Sie konnte nur am Rand des Gebäudes lang gehen. Mit ihr ist er 1x die Woche durch den Kaufhof gegangen.



Viele Grüße



Christian
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Christian

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5

Freitag, 2. Dezember 2011, 23:12

Meine Vorstellung vom ersten ZA-Termin

Vor meinem ersten Termin beim ZA habe ich zuerst einmal selber eine Bestandsaufnahme von meinem Gebiss gemacht. Da ich meine Zähne nicht anschauen konnte, blieb nur das Fühlen mit der Zunge. Mein persönlicher Befund (Zahnschema hatte ich mir von Wikipedia.de besorgt):

- 17, 27, 47 nicht vorhanden

- 36, 46 zerstört und Reste mittlerweile von Zahnfleisch überwachsen

- 45 zerstört

- sehr raue Stellen am Zahnfleischsaum an den Zähnen 33 und 11



Einen Behandlungsplan hatte ich mir auch schon ausgedacht:

- die Reste von 36, 45 und 46 müssen aufwändig rausoperiert werden

- Im Kiefer fehlendes Knochenmaterial wird mir aus dem Hüftknochen gefräst und im Kiefer eingesetzt

- Karies überall

- usw.



Meinen persönlichen Befund habe ich aufgeschrieben und meinem Therapeuten gegeben.

Viele Grüße



Christian



Fortsetzung folgt…
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Christian

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6

Dienstag, 6. Dezember 2011, 22:55

08.09.2011 – Mein erster Termin beim ZA seit Jahrzehnten

Hallo zusammen,



sorry, die Fortsetzung ließ etwas auch sich warten. Jetzt geht’s aber weiter.



08.09.2011 – Mein erster Termin beim ZA seit Jahrzehnten



Den ZA kannte ich ja nun schon von den zwei Besuchen, an denen mein Therapeut auf dem Behandlungsstuhl saß. Auch an diesem Tag war ich wieder mit meinem Therapeuten da. Mein Therapeut saß auf dem „Gästestuhl“, auf dem ich bei den beiden ersten Terminen saß, der ZA wie immer auf seinem Hocker und ich auf dem Behandlungsstuhl. Unglaublich, ich auf dem Behandlungsstuhl. Mein Therapeut sagte dem ZA, dass ich während der Untersuchung nicht möchte, dass er der Helferin den Befund erklärt. Der ZA bat die Helferin um einen Zettel und einen Stift. „Ich mache mir Notizen und wir besprechen nachher, wenn ich was gefunden habe. Ich benutze nur einen Spiegel. Bitte öffnen Sie.“



Ich habe den Mund nicht aufgemacht. Er ging von alleine auf! Irgendwie war es ein Reflex! Der ZA schaute 2-3 Minuten mit seinem Spiegel und fragte dann, ob er mal mit diesem Instrument (dabei zeigte er mir diesen „Karieshaken“) ein paar Stellen leicht berühren dürfte“. Auch dazu habe ich fast geistesabwesend ja gesagt. Noch 2 Minuten und die Untersuchung war vorbei. Auf seinen Zettel hat er nichts geschrieben. Sein Kommentar „Das bisschen kann ich mir auch merken“. Man, ist der nett!



Nächste Frage war, ob er eine Röntgenaufnahme machen darf. „Ja, aber ich möchte das Ergebnis nicht sofort sehen“ war meine Antwort. Also zum Röntgen. Das Röntgenbild wurde auch einem Bildschirm am Behandlungsstuhl gezeigt. Er hatte den Monitor aber auf meinen Wunsch hin erst mal so gedreht, dass ich nichts sehen konnte. „Es gibt nichts Schlimmes zu sehen. Wollen Sie nicht auch mal gucken?“ „OK“ und er drehte den Bildschirm zu mir.



Ich hatte 3 Zahnruinen erwartet. Aber so war es nicht! Es gab auf den ersten Blick nur eine. Die beiden von Zahnfleisch überwachsenen Ruinen waren weg. Da war einfach nichts mehr! „Wo sind die?“ habe ich den ZA gefragt. „Die hat Ihr Körper fast komplett aufgelöst.“ Beim genauen Hinsehen war der Backenzahn unten rechts tatsächlich komplett verschwunden. Unten links noch ein kleiner Splitter und eine Ruine.



„Sie haben Zahnstein, 2 kariöse Stellen, den eine Backenzahn und den Splitter müssen wir rausnehmen. Das war es.“ Auf der einen Seite eine schlimme Diagnose: ein Backenzahn muss raus! Auf der anderen Seite aber super. Ich hatte mit drei Ex gerechnet. Von Knochenschwund usw. keine Rede.



Der Termin war für mich ein voller Erfolg! Ich habe mich auf den Stuhl gesetzt, meinen Mund aufgemacht und die Diagnose war auch besser, als ich erwartet hatte. Für den nächsten Termin haben wir das Entfernen von Zahnstein vereinbart. Zur Vorbereitung hat der ZA mir das Zahnsteinentfernungsinstrument auf den Daumennagel gehalten. Das fühlte sich an, wie eine elektrische Zahnbürste, die man mit am Rücken des Borstenkopfes berührt. Das schaffe ich auch!



Auf dem Weg nach Hause kamen mir die Tränen. Ich war erleichtert und stolz auf mich.



Nächster Termin 22.09.11



Viele Grüße


Christian
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Christian

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7

Dienstag, 6. Dezember 2011, 23:25

22.09.11 – Mein 2. Termin

Nächster Termin 22.09.11 – Mein 2. Termin



Ich war die ganze Woche tierisch aufgeregt. Meine erste Behandlung steht an! Und das alleine. Ohne meinen Therapeuten.



Die Praxis ist super organisiert. Ich bin vom Empfang direkt in den Behandlungsraum durchmarschiert. Kurzes Gespräch mit dem ZA und dann „bitte öffnen Sie“. Wieder ging der Mund fast wie von alleine auf. Die Entfernung von Zahnstein ist absolut schmerzfrei. Das Gepfeife ist nicht gerade angenehm, aber man kann sich die Behandlung so vorstellen, als wenn einem jemand anderes elektrisch die Zähne putzt. Mehr ist es nicht!



Er hat zuerst mal nur die Frontzähne gemacht. Dann nahm er den Bohrer setzte eine graue Kugel ein. „Das ist nur Gummi. Darf ich damit mal kurz über die Schneidezähne gehen?“ „Ja“. Das Geräusch war wesentlich dumpfer, aber 0 Schmerz. Nur ein leichtes Brummen im Kopf. „Das war’s für heute. Beim nächsten Mal machen wir noch etwas Zahnstein weg und messen die Zahntaschentiefe“. „Zahntaschentiefe messen? Das hört sich schlimm an!“ „Ich kann das kurz an einem Zahn mal machen!“ Er nahm so einen Karieshaken, der eine Messskala eingraviert hatte. Für den Bruchteil einer Sekunde ein leichtes Ziehen (so, wie wenn man in ein kaltes Eis beißt) und fertig. OK, das schaffe ich beim nächsten Mal.



Zuhause angekommen, kam dann der Hammer. Der ZA hatte mir schon gesagt, dass man einen großen Unterschied sieht. Ich stand auf 3 Meter Entfernung meiner Frau gegenüber und zog zaghaft die Lippen auseinander. Jetzt kamen ihr die Tränen. Ich kannte den Zustand vorher ja nicht, aber es muss eine wesentliche Verbesserung gewesen sein. „Schatz, ist das schön“ Ich habe dann auch mal einen Blick in den Spiegel gewagt. Es gibt noch etwas zu tun an der Front, aber schämen muss ich mich nicht (mehr).



So ein großer Erfolg für ein paar Minuten Gepiepse und Gebrumme im Kopf!? Der Termin hat sich gelohnt!“



Viele Grüße


Christian
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Christian

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8

Dienstag, 6. Dezember 2011, 23:31

Mal ein kurzer Blick in meine "Buchhaltung". Auf die Terminzettel schreibe ich immer, was gemacht wurde und wie der Termin meiner Meinung nach war.



Viele Grüße



Christian



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Christian

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9

Sonntag, 11. Dezember 2011, 14:41

Die nächsten Termine und die erste Sritze

06.10.2011



Bei diesem Termin wurde der restliche Zahnstein entfernt und die Zahntaschentiefe von allen Zähnen gemessen. Beides nicht angenehm, aber auf jeden Fall schmerzfrei

Dann noch die Planung für den nächsten Termin: Ich habe auch Zahnstein in den Zahntaschen. Die härteren Patienten lassen das laut meinem ZA ohne Spritze machen, der Großteil aber mit. Und da ich eher zu den Weicheiern gehöre... Plan war, alle Zahntaschen in vier Terminen zu reinigen. Oben rechts geht's beim nächsten Mal los.





11.10.2011 - die erste Spritze



Vor der Spritze hatte ich mächtig Bammel. Mein ZA machte mit mir eine Wette "Ich zähle, wie oft ich steche und Sie auch. Ich wette, Sie liegen falsch!" Mit einem Spray hat er vorher das Zahnfleisch betäubt und dann kam sie - die Spritze. Gemerkt habe ich fast nichts. Es tut auf keinen Fall weh. Eine Impfung oder Blutabnahme beim normalen Arzt ist schlimmer. ZA: "Wie oft habe ich gestochen?" Ich: "2 oder 3 Mal. Ich bin mir nicht sicher." ZA: "Verloren. 7 Mal!" Fazit zur Spritze im OK: Tut auf keinen Fall weh! Die Reinigung der Zahnfleischtaschen war genau wie das Entfernen von Zahnstein. Akustisch ist das Pfeifen nicht angenehm, man merkt aber nichts. Nach der Reinigung wurde noch ein Medikament aufgetragen. Das schmeckte ekelhaft. Fertig und Stuhl hochgefahren. Dann kam etwas, was ich nicht so schöne fand: Auf dem Tablett lag ein Häufchen von Tupfern und Wattetampons voll mit Blut, Spritzen, Instrumente usw. Den Anblick hätte ich mir lieber erspart. Auf der anderen Seite: Da ist heute richtig was gemacht worden und ich habe nichts gespürt. Ich habe dem ZA trotzdem gesagt, dass ich das nicht sehen möchte.





24.10.2011 - Zahntaschen reinigen OL



Identischer Ablauf wie am 11.10. Spray, Spritze, Zahntaschen reinigen. Beim letzten Mal hat der ZA die Zahntaschen der Frontzähne noch nicht gemacht. Es war also etwas mehr als der halbe Oberkiefer. Der Termin war wieder schmerzfrei und ich war auch recht locker, weil ich von letzter Woche wusste, was kommt. Bevor der ZA am Ende der Behandlung den Stuhl hochfuhr, hat er das Tablett mit dem "Müll" noch mit einer Serviette abgedeckt. Schön, dass er sich das gemerkt hat!







08.11.2011 Noch mal Zahntaschen im OK reinigen



Mit ein paar Stellen am OK war der ZA nicht richtig zufrieden. Zu meinem "Glück" waren diese Stellen über den ganzen OK verteilt. Also den gesamten OK betäubt und noch mal nachgearbeitet. Gedauert hat es dieses Mal fast 45 Minuten. Das war lang. 45 Minuten (mit kurzen Pausen) den Mund aufhalten ist anstrengend. Aber ich habe es geschafft. Der OK (in Bezug auf Zahnstein und -taschen) ist fertig.





29.11.2011 Zahntaschen UK und eine EX - An diesem Tag habe ich den Grund meiner Zahnarztphobie entdeckt



Es stand die Zahnsteinentfernung in den Zahntaschen unten links an. Also wohl wieder Spray, Spritze, Zahntaschen reinigen. Aber nein: Die Spritze im UK ist etwas unangenehmer als im OK, das kann man aber auch aushalten. Weh tut sie nicht. Es gibt aber noch einen großen Unterschied: Die Spritze wirkt bei mir nicht!!! Der ZA hat mir 3 Spritzen gegeben, das Gefühl war so, wie wenn man sich die Zunge verbrannt hat. Mehr nicht. Er hat mit dem Karieshaken auf mein Zahnfleisch und die Unterlippe rumgetippt. "Das dürften Sie jetzt aber nicht merken." "Doch, das merke ich!" Ratlosigkeit. Dann kam der Versuch, den rechten UK zu betäuben. Ebenfalls Fehlanzeige! Seit der ersten Spritze links waren mittlerweile 45 Minuten vergangen, als sich endlich ein Taubheitsgefühl einstellte. Er hat dann links mit den Zahntaschen angefangen. Irgendwann wurde es auch rechts taub und der ZA hat so an einem Tag die Zahntaschen des kompletten UK gereinigt. Bei der Behandlung mache ich immer die Auge zu. So habe ich an diesem Tag auch nicht die Zange (oder was auch immer) gesehen, mit dem er den letzten Rest eines Backenzahns entfernt hat. Geil, eine Ruine ist schon mal weg! Und ich lebe noch!



Fazit: Bei mir dauert die Wirkung einer Betäubung im UK ungewöhnlich lang. Erst zwei Stunden nach der Spritze war der Höhepunkt der Wirkung erreicht. Diese Zeit hat sich mein damaliger ZA nie genommen. Spritze, 10 Minuten Warten und los. Ich hatte tierische Schmerzen und er tat das ab mit "Kann nicht sein. Stell dich nicht so an!"





08.12.2011 - die erste Füllung



Im OK habe ich 3 Löcher. Ein größeres (fühlte ich mit der Zunge aber nicht) und zwei kleine. Heute kam das größere Loch dran. Die Spritze im OK wirkte nach Minuten wieder perfekt. Das Bohren tat nicht weh, die Geräusche sind aber unangenehm. Besonders dieser grobe Bohrer am Schluss. Aber auch eine Füllung kann man gut aushalten. Mal sehen, vielleicht schaffe ich nächste Woche zwei.



Viele Grüße



Christian





P.S. Ich würde mich über eure Kommentare freuen.
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sheepish

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10

Sonntag, 11. Dezember 2011, 20:09

Kann man dieses Thema verschieben? Ich denke es ist besser aufgehoben bei "Mein Weg aus der Angst" oder dergleichen :)
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Bienchen2011

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Sonntag, 11. Dezember 2011, 20:36

Hallo



erst mal ein dickes Lob was Du bis hierher geschafft hast :] .

Du kannst Stolz auf Dich sein.

Ich habe von Beginn an mitgelesen und würde mich auf Deine weiteren Erfahrungsberichte freuen.

Ich wünsche Dir weitere positive Erfolge beim ZA.



Grüßchen Bienchen



@Sheep :) :Also ich finde nicht das Christian Ex-Angsti ist-ich höre da immernoch ein bischen Bammel vor und während des Zahnarztbesuches raus-kann mich aber auch täuschen :]
Ich kann ,weil ich will ,was ich muss

(Immanuel Kant)
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ManGo

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12

Sonntag, 11. Dezember 2011, 21:12

RE: Die nächsten Termine und die erste Sritze


P.S. Ich würde mich über eure Kommentare freuen.


hallo Christian ;)

ein wichtiger Grund, warum Du bisher wenig Feedback bekommen hast, liegt sicherlich auch daran, dass Du bisher eher mitten in der Nacht gepostet hast, oder eben am Sonntagmachmittag. Da ist es halt eher ruhig bei uns, und morgens früh sind halt meißtens aktuelle Baustellen dringender :S

Ich wünsch Dir einen guten Austausch hier, um Deine Angst auch weiterhin in Schach zu halten 8): , Du bist auf jeden Fall auf einem guten Weg :]

http://www.zahnarzt-angst-hilfe.de


Bitte achtet darauf, dass ihr keine Namen von Behandlern nennt. Näheres hierzu findet Ihr hier unter Punkt 2.11



"Alles ist schwierig bevor es leicht wird."
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Mondschein

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13

Montag, 12. Dezember 2011, 20:15

Hallo Christian,



ich lese gespannt und bin beeindruckt wie du das alles durchziehst :)



Respekt !!!
LG Mondschein
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Anneliese

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Wohnort: Hessen

14

Dienstag, 13. Dezember 2011, 18:21

Hallo Christian,

ich werde im Januar mit Zahnsteinentfernung und Paradontosebehandlung weitermachen. Daher ist Dein Bericht für mich besonders spannend, mein Kopfkino hat schon den Vorfilm laufen lassen. ;(

Ach, auch das kann man also überleben ;)

Danke für die Schilderung!!!!

Alles gute für Deinen weiteren Weg

Anja
20.09. Kontaktaufnahme
10.10.: erster Termin nach 15 Jahren, reden, reden reden
14.10:Bestandsaufnahme, Röntgen und Lagebesprechung
7.11 - 05.12.: Ziehen aller Ruinen in drei Terminen
Weihnachtspause :smoker:
05.01.: PZR
17.01.: Termin zum Behandlungsplan
20. + 21.03.: Paradontosebehandlung
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