Liebe Aneszka und auch alle anderen hier lesen,
ich danke Dir sehr für Deine Antwort. Ja, ich hänge im Moment total in der Luft, bin verwirrt, ratlos, traurig, enttäuscht und auch wütend.
Ich schreib mal den entscheiden Teil davon, was bisher geschah hier auf:
Ich erlitt wie schon geschrieben, beim 1. Besuch ein Re-Trauma und plöttzlich habe ich Todesängste empfunden und es kamen Bilder aus meiner Vergangenheit wieder hoch .. mein 1. K.H. Trauma, das ich mit 5 Jahren erlitt, nach einem Unfall wobei ich ein Schädel-Hirn Trauma mit halbseitiger Lähmung erlitt, dort wurde mir eine Hirndrainage ohne Betäubung gelegt und ich anschließend auf der Intensivstation isoliert, meine Eltern durften mich nur durch eine Glasscheibe sehen ... das wußte ich auch schon vorher und hatte deshalb auch auf den Fragebogen "Schweres Krankenhaustrauma" geschrieben.
Retraumatisiert wurde wurde ich durch die Greifarme des Röntgengerätes, die an meinen Kopf kamen (wohl zur Fixierung)... ich brach weinend zusammen und wurde von Ärztin, meinem Lebensgefährten und herbei gerufenen Helferinnen fest gehalten... ich konnte nur noch stammeln und bat darum, bitte nix an meinen Kopf kommen zu lassen und ob das nicht anders ginge, weil ich es nicht ertrage .. die Helferin hat mich dann mit sehr resulutem Ton "gezwungen", weil es nicht anders ginge... schlotternd und hyperventilierend ließ ich die Prozedur über mich ergehen und war froh, daß das Röntgenbild verwertbar war ...
Von da an, bin ich wieder hoch empfindlich und schreckhaft auf jedes Geräusch, denke hinter jeder Ecke steht jemand, kann keine Nacht mehr schlafen, bin ein nervöses, unkoordiniertes Nevenbündel, das war am 20. November 2009 ... ich durchlebe das Krankenhaus Trauma immer wieder und darüber hinaus kamen mir Bilder und Geschehnisse wieder in den Kopf, von kurz vor dem Krankenhaus... ich weiß seit dem, daß ich damals keinen Unfall erlitt, sondern mir jemand mit einem schweren Gegenstand auf den Kopf geschlagen hat und dachte ich wäre tot, doch das habe ich überlebt, wie auch immer (würde hier zu lang werden).
Trotzdem bin ich zum nächsten Termin am 12.Dezember wieder hin und schob alle unguten Gefühle auf die Retraunamtisierung und das gefühlte Durchleben meiner Vergangenheit.
Ich hielt die Ärztin für sehr nett und sie erschien mir unbedrohlich, weil sie sehr klein und zierlich ist.
Ich versuchte zu vertrauen, denn schließlich war diese Praxis ja auf Angstpatienten spezialisiert ... Im Mai 2008 hatte ich mit Herrn Dr. F. e-mails getauscht und fühlte mich verstanden, er ist der Chef dort.
Ich konnte bei dem Termin selber entscheiden was gemacht wird und ließ mir alle Zahnreste und schlechten Zähne aus dem Unterkiefer entfernen.
Es wurden mir also 6 Zähne, Zahn und Wurzelreste entfernt (davon 3 Frontzähne) und direkt danach fühlte ich mich schon fast euphorisch und dachte, ich hätte endlich meine Angst überwunden und alles wird gut...
Doch es ging mir immer schlechter, ich konnte keine Nacht mehr schlafen, kaum noch essen, traute mich nicht mehr raus, kriegte absolut nichts mehr auf die Reihe, empfand nur noch Angst bei allem und jedem. So daß ich beschloß mir Hilfe zu holen und mich an eine Beratungsstelle wandte, weil bei örtlichen Therapeuten die Wartezeiten sehr lang sind.
Ich bekam einen Termin am 6. Januar, was auch wirklich gut war, denn ich war so ziemlich am Ende und dachte ich würde das nicht weiter durchziehen können.
Die Therapeutin dort ist sehr nett und ich fühle mich gut aufgehoben, sie bestätigte mir meine Wahrnehmungen und sicherte mir eine wöchentliche Überbrückungstherapie zu, bis ich hier in der Gegend einen ansässigen Therpeuten gefunden habe.
Also ging ich zum nächsten Termin am 12. Januar wieder hin. Doch schon die Hinfahrt war ein Drama, ich wäre am liebsten aus dem fahrenden Auto gesprungen und aus dem Aufzug bin ich auch raus gesprungen als er zu voll wurde...
Zu diesem Termin kam ich so zerfahren an, daß jeder sah, wie schlecht es mir geht und mir erst mal ein Glas Wasser beim Z.A. angeboten wurde. Die Ärztin teile mir mit, daß sie heute die Zahn und Wurzelreste aus dem Oberkiefer entfernen wolle.. was auch meinem Wunsch entsprach, erst mal alles was raus muß und nicht mehr zu retten ist, zu entfernen. Jedoch war ich weder aufnahmefähig noch entscheidungsfähig, ich fühlte mich wie eine Puppe und ließ es einfach über mich ergehen.
Vor und während der Behandlung glichen Praxis und Behandlungszimmer einem Taubenschlag, ich schreckt bei jedem Geräusch hoch und mein Lebensgefährte bat darum, doch mal dafür zu sorgen, daß nicht alle 2 Minuten jemand herein gerannt käme.
4 Zähne ließen sich relativ leicht entfernen, der 5 Wurzelrest machte Schwierigkeiten und die Ärztin merkte kurz an, daß sie wohl "Aufklappen" müsse... es dauerte eine Gefühlte Ewigkeit, wobei ich zwischendurch das Gefühl hatte, sie würde mir den Kiefer brechen .. und ich durfte enlich heim fahren.
Ich hatte wahnsinnige Schmerzen und nur 3 Tabletten mitbekommen, wieder ein Gespräch bei meiner Therapeutin (13. Januar), die meinen Mut bewunderte. Während ich bei der Therapeutin war, ist mein Freund in die Praxis und hat nach stärkeren oder anderen Schmerzmitteln gefragt, doch er bekam nur wieder die gleichen Tabeltten, die bei mir aber nicht wirkten.
Ich hatte die Nase zu geschwollen, Stiche in der Wunde und es kamen kleine Mengen Eiter heraus und ging am 14.Januar zur Nachkontrolle.. die Ärztin meinte, es sähe doch super aus und für meine Schmerzen habe sie keine Erklärung, aber sie wolle das jetztn och einmal aufschneiden und nachschauen ob noch entzündetes Gewebe da sei. Das wollte ich nicht, bat aber um stärkere Schmerzmittel, das wurde abgelehnt.
Nun wurde mein Freund behandelt, er sollte eine Wurzelbehandlung beendet bekommen und die Ärztin meinte, dann würde ich schon einmal sehen, wie das geht ... es war der Horror, es ging so viel schief, zuerst vergaß sie die Betäubung zu setzen, dann bekam sie für das Zwischenröntgen die Geräte nicht richtig zusammen gebaut, dann fiel der Computer aus und mein Freund mußte die ganze Zeit im Röntgenraum ausharren u.n.m.
Ich wollte da nie mehr hin gehen und war froh, als ich wieder daheim war.
Wir versuchten am nächsten morgen (Freitag 15.1.) bei der örtlichen Klinik einen Termin zu bekommen, doch wir wurden abgelehnt und auf unseren behandelnden Arzt verwiesen.
Meine Wunde schmerzte weiterhin sehr, schlafen ging gar nicht und Essen war eine Qual. Am 15. Januar, als ich mir die Op Wunde anschaute und vorsichtig drüber wischte, weil ich wieder Eiterfäden sah, wischte ich die Fäden mit heruas, sie lagen obenaus, mit Knoten und allem ..... da fiel mir ein, daß ich das Gleiche schon einmal mit 18 Jahren hatte, an einer Wunde, die mir am Arm genäht wurde, eine allergische Reaktion und die Fäden wurden abgestoßen .. das erklärte mir auch die Schmerzen und den oberflächlichen Eiter.
Ich dachte nun würde alles besser, doch mittlerweile hatte sich wohl die ganze Wunde entzündet und mit schwoll wieder die Wunde zu, zum Notarzt wollte ich nicht, in der Klink erreichten wir keinen, auf der Notrufnummer erhielten wir die Ansage, daß wir aus einem nichtzuständigen Vorwahlgebiet anrufen.
Irgendwie bekam ich das WE herum, glaubte auch es würde besser und rief Montag(18.1) morgen wieder in der Klinik an um einen Termin zu bekommen, diesmal bekam ich einen Termin für Mittwoch, als ich erklärte, daß ich zu meinem ZA. nicht mehr hin möchte.
Ich war erst mal erleichtert und auch wieder total aufgeregt... doch es ging mir stündlich schlechter, die Schmerzen wurden wieder schlimmer und es schwoll wieder alles mehr an.
Am Dienstag morgen (19.1) hielt ich es vor Schmerzen nicht mehr aus und mein Freund rief in der Klinik an, ob wir nicht vorbei kommen können .... er bekam gesagt, daß wir um 17 Uhr kommen können, aber uns auf sehr lange Wartezeiten gefaßt machen müssen.
Wir waren ratlos und beschlossen bei unserm Z.A. anzurufen und ich war sicher, ich wollte die Ärztin nicht mehr an mich ran lassen, sondern nach dem Chef fragen, der so viele gute Kritiken hat und mit dem ich schon E-mails gewechselt hatte.
Sie sagten wir sollen direkt um 12. Uhr vorbei kommen.
Also fuhren wir hin und ich bin mehr schlotternd und von meinem Freund gestützt in die Praxis. Eine Helferin brauchte uns in ein Behandlungszimmer, ich schaffte es zu fragen ob außer Frau Dr. K. noch andere Ärzte da seien, sie meinte ja, der Dr. F. seie noch da und ging raus.
Wenige Minuten später kam Frau Dr. K. herein und gab uns nicht einmal die Hand, ich sollte auf den Behandlungsstuhl. Ich ließ sie in meinen Mund schauen, mir war gerade alles so dermaßen egal, ich wollte nur, daß mir jemand hilft... Sie schaute und meinte, das sähe doch gut aus... ich wollte ihr erklären, was mit den Fäden passiert sei, sie fühlte sich direkt angegriffen und meinte bei meinem Lebensgefährten habe das doch auch gehalten .. sie ließ mich einfach nicht ausreden ...
Sie meinte, sie würde das mal spülen, ich hatte vorher daheim mit Odol gespült... Sie spülte und es tat so dermaßen schweineweh, daß ich fast von Stuhl sprang und den Kopf weg zog, sie fragte ob es geht und ich sagte nein, keine Antwort mehr von ihr.
Ich sagte, daß es absolut nicht gut aussehe, sich auf jeden Fall nicht so anfühlen würde, darauf meinte sie, sie würde den Chef holen.. der dann auch kam.
Ich hatte Angst, dachte ich würde mich nur anstellen und alles einbilden, traute meinen Gefühlen nicht, war wie gelähmt...
Dann kam Herr Dr. F. mit Frau Dr. K. wieder ein. Herr Dr.F. war sehr freundlich, hörte sich geduldig an, was ich erzählte und meinte direkt die Schmerzmittel, die wir zusätlich gekauft hatten (
...), das wäre gut gewesen und er würde die uns aufschreiben, damit wir sie erstattet bekommen. Er meinte auch, ich würde ja wahnsinnige Qualen ausgestanden haben und ob er denn einmal ganz vorsichtig schauen dürfe.... ich ließ ihn schauen und er war wirklich so sehr vorsichtig, daß es überhaupt nicht weh tat. Er meinte, jetzt noch einmal zu nähen, das ginge leider nicht, weil dafür noch einmal die Wundränder aufgefrischt werden müßten und durch die Entzündung auch die Betäubung wahrscheinlich nicht wirken würde.
Er erklärte mir, daß er mir jetzt eine Salbe darauf schmieren würde und ich ein Antibiotika bekäme, außerdem schrieb er mir eine Munsspülung auf, weil ich ja unmöglich meine Zähne putzen könne...
Ich war so erleichtert und fühlte mich verstanden und gut behandelt und wir fuhren wieder heim.
Bei diesem Arzt konnte ich mir eine weitere Behandlung vorstellen und wir bekamen 2 neue Termine.... doch vergaßen abzuklären, daß wir zu Frau Dr.K. nicht mehr hin wollten.
Ich beschloß also am nächsten Tag in der Praxis anzurufen und abzuklären, daß wir nur noch von Herrn Dr. F. behandelt werden möchten und nun endlich auch auf dem Beratungsgespräch (in entspannter Atmosphäre) zu bestehen, wonach sowohl ich, als auch mein Lebensgefährte mehrfach gefragt hatten.
Fest enschlossen versuchte ich am Mi, (20.1) in der Praxis anzurufen, doch es war immer nur Band dran... vergessen die wohl schon mal des öfteren gerade am Mittwoch abzuschalten, das ist weniger Personal in der Praxis.
In der folgenden Nacht, die wieder schlaflos war, spürte ich an meiner Op Narbe, eine kleine spitze Ecke, mittlerweile hatte auch das Antibiotika angeschlagen und alles schwoll merklich ab. Ich fühlte also genauer nach und mir wurde schlecht und ich mußte mich erst einmal übergeben. Da wo der Zahn entfernt worden war und die kleine Ecke Kieferknochen durchs Gewebe kommt, ist eine riesige Delle, gefühlt so groß, daß der Umfang eines Bleistiftes hinein paßt ... ich kann das hier nicht beschreiben, wie ich fühlte und noch immer fühle, es treibt mich in die Verzweiflung, es wurde mir nicht gesagt, daß soviel Kieferknochen entfernt würde.. ich wurde darüber nicht aufgeklärt und ich bin wirklich erschüttert und empört, fühle mich veraten, mißhandelt und mißbraucht ... für mich ist das Schlimmste eingetreten, was es gibt ... es wurde etwas bei mir gemacht, ohne es vorher mit mir abzusprechen oder es zu erklären...
Ich habe dann am Donnerstag morgen, nach einer schlaflosen Nacht in der Praxis angerufen, die Termine abgesagt, gesagt, daß ich zu Frau Dr. K. nicht mehr hin möchte und endlich mein Beratungsgespräch bei Herrn Dr. F. haben möchte.
Die Helferin war sehr nett und hat mir, bzw. uns einen Termin für ein Beratungsgespräch bei Herrn Dr. F. gegeben, für morgen den 25. Januar um 16 Uhr.
Ich habe hier teilweise in der "wir Form" geschrieben, weil mein Lebensgefährte mit mir zusammen sein gesammtes Gebiß sanieren läßt ... und auch bei ihm wurde so viel vom Kieferknochen entfernt, ohne daß er vorher aufgeklärt worden wäre, oder es bemerkt hat .
Erst in der Nacht, als ich das bei mir bemerkt habe, hat er bei sich nachgefühlt und wurde kalkweiß ... das kann doch einfach nicht sein.
Ich weiß, daß die Aufklappung und das Wegfräsen (Spalt) des Kieferknochens eine gängige Methode ist um Wurzelreste zu extrahieren, aber ich weiß, daß es auch anders geht und ich hätte dem niemals ohne Weiteres zugestimmt
Ich weiß jetzt absolut nicht, was ich tun kann und werde, wir haben uns Fragen aufgeschrieben und möchten erst einmal abwarten, wie der Dr.F. da morgen drauf reagiert ... aber ob ich den noch mal nach der OP. Narbe schauen lassen kann, das weiß ich nicht.
Ich möchte, daß es weiter geht, ich habe jetzt gerade nur noch jeweils 6 Zähne im Ober- und Unterkiefer, kann mich nur von Suppen und anderen fast Flüssignahrungen ernähren .. und bin physisch und psychisch so ziemlich am Ende gerade....
@Aneszka,
wegen Deiner Praxis schreibe ich Dir eine PN, je nachdem wie das morgen abläuft werde ich wohl den ZA wechseln und meine verltzten Rechte geltend machen.
Danke fürs Lesen
Liebe Grüße
jK
Medi editiert - incredible5
Beginn nach über 10 Jahren Z.A. Abstinenz
20.11.2009: Röntgen, 1 Ex
14.12.: UK 6 EX
12.01.2010 : OK 5 EX
14.01.: Komplikationen
18.01.: ZA Wechsel Nachbehandlung
25. 01.: Kontrolle/Gespräch Beim Chef
02.03: Beratungsgespräch
19.03: Zweitmeinung
06.04: OK Karies entfernt, 3 Zähne WB, 2x Zahnaufbau, Füllungen, 1 Ex
09.04: Schmerzen/Kontrolle
07.05. Z.A.Wechsel
11.05 Fertig saniert/Abformung
20.05 Eingliedern Langzeitprofi
25.05 Nachkontrolle
Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »incredible5« (24. Januar 2010, 18:29)