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Brainbug

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21

Freitag, 20. November 2009, 18:50

Fremdgegangen

Freitag:


Wie gut der „eigene Mann“ doch ist, merkt man erst, wenn man andere Erfahrungen machen durfte. Das durfte ich heute. Und merke mal wieder, was ich doch an „meinem“ habe….


Heute Nacht quälten mich Zahnschmerzen (eigentlich schon die ganze Woche, aber so etwas wird ja auch gerne mal ignoriert… man hält es noch bis zu dem Termin aus….) Failed… Heute morgen überlegt: Mein Zauberdoc oder der Arzt hier? Habe mich aus dem Grund der langen Anfahrt dann für den Zahnarzt hier im Dorf entschieden. Habe gedacht, wenn der Zahn raus muss, dann schaffe ich es nicht, im schlechtesten Fall 2 Stunden Fahrt nach Hause zu bewältigen und es tat auch so weh, dass ich mir eine Hinfahrt auch nicht zugetraut habe.


Anruf hier in der Dorfpraxis: „ich habe Zahnschmerzen – haben Sie einen Termin frei?“ „Kommen Sie mal gleich…“ „Könnten Sie bittevermerken, dass ich Angstpatient bin?“ „Ja- mache ich!“

„Todesmutig“ also gleich auf den Weg gemacht, kleines Mantra vor mir hergemurmelt: „bald sind die Schmerzen weg…“ Failed….


Helle, freundliche Praxis, schöne Ausstattung, eleganter Einrichtungsstil, nette Menschen…? Wie definiert man „nett“? Das ist ja bekanntlich Auslegungssache. Ich wurde freundlich begrüsst, hatte aber ein ungutes Gefühl beim Abklappern der „Standard-Fragen“. Erst einmal ab in den Wartebereich. Dann wurde ich aufgerufen.

Im Gang fragte mich der ZA gleich nach meinem Problem. Ich schilderte es. Entweder Weisheitszahn oder der Zahn, der eh raus muss wegen Karies. Direkt ab zum Röntgen.

Aus dem Röntgen in den Stuhl. „Hallo – ich habe Angst. Kann mich da nicht hinsetzen, ohne ein paar Worte gewechselt zu haben….Ich war knapp 15 Jahre nicht beim Zahnarzt bis vor einigen Monaten…!“ „Setzen Sie sich mal, ich will mir das mal angucken….“ Braves Mädchen-Raster eingeschaltet. Mutig den Mund aufgemacht… „Warum sind ihre Weisheitszähne noch drin? Was soll denn das da hinten werden?“ Gleichzeitig ein „Klopftest“! Ich zucke zusammen. Schmerzen!!! Drücke seine Hand von mir weg.
„Können Sie mir bitte IMMER erklären, was Sie da machen. Und vorwarnen, wenn es weh tun sollte! Bitte“ – „Beim Zahnarzt kann es manchmal weh tun, ist nicht zu
ändern. Ich bohre jetzt das ganze auf, dann müsste der Schmerz erstmal weg sein.“ Ich schalte ab. Mein Kopf sagt mir nur eines…“Halte das durch! Sch… auf den Kerl! Du schaffst das!“ Ich sage laut „Bitte vorsichtig die Spritze setzen…“ „Der Nerv ist tot, da gibt es keine Spritze!“

Eigentlich hatte er Recht. Besondere Schmerzen begleiteten mich nicht in den nächsten 5 – gefühlten 50 Minuten. Wohl aber die Entstehung
neuer Panikbilder in meinem Kopf. Aufbohren ist nicht nett. Und solche Bemerkungen wie: „Was ist das seltsames an ihrem Schneidezahn…?- Ach, Sie haben
sich wohl nicht die Zähne gründlich geputzt…“ (Es handelte sich um einen Zahnpastarest…) erst recht nicht.

Ich habe es überlebt. Als ich aufstehen durfte, sagte er, dass ich am Montag wiederkommen solle. Ich sagte nur „MICH werden Sie hier nicht wiedersehen. Ich darf doch wohl bitte meine Röntgenaufnahmen mitnehmen, damit mein ZA nicht nochmals röntgen muss….“ Er guckte verdutzt. Ich schnappte mir meine Röntgenaufnahme und zog von dannen. Ein wenig enttäuscht darüber, dass es beim Zahnarzt doch „blöd“ sein kann und irgendwie beruhigt, weil ich wusste… „ER wartet auf mich. Mein Doktor. Mein Doktor mit seinen Zauberspritzen, seinen Witzen und seiner herzlichen Art. Er wird mir diesen Fehltritt verzeihen!“ Angst wollte von mir Besitz ergreifen doch ich sagte diesem Gefühl sogleich: „Es war ein Fehltritt, liebe Angst – wollte dir nur mal demonstrieren, wie es ist, wenn ich dich brauche – nun kannst du wieder in der Versenkung verschwinden…“

Auf dem Weg nach Hause fing das Pochern an….

Samstag/Sonntag

Notdienst? – Angst? – Tabletten? – Warten? – Notdienst? – Angst? – Tabletten? – Warten????

Motto des Wochenendes… Immer schlimmer und schlimmer wurde das Pochern. Habe schon früher mal Zahnschmerzen erlebt, doch nicht solche. Was hat dieser Kerl da mit meinem Zahn angestellt? Die möglichen Optionen für das Beenden der Schmerzen tanzten Tango im Takt mit dem Pochern. Bevor ich wieder an so einen „Dorfdoktor“ gerate, warte ich lieber. In der Nacht von Sonntag auf Montag habe ich um 24 Uhr geschlafen und ab 01:58 wach gelegen. In der Wohnung rumgetigert. Tabletten konnte ich
nicht mehr nehmen. Selbst wenn ich mein Gewicht (ungewöhnlich für eine Frau) etwas nach oben „korrigierte“ wären mehr Tabletten nur sehr ungesund geworden… Aushalten bis 4 – dann die nächste Tablette. Usw. Ich war so froh über den einbrechenden Tag…

Montag

Blue Monday- nicht bei mir!
Ab zu meinem Arzt. Ein minimaler „Anschiss“, dass ich nicht angerufen habe, sonst hätte ich keine Wartezeit gehabt, so könne es nun sein, dass ich ein halbes Stündchen
warten müsse. Mir egal. Schon der „Geruch“ alleine half… „gleich hört das Pochern auf!“. Was für konfuse Gedankengänge. Aber doch erschien es mir so. In Sicherheit. „Hier werden Sie geholfen…“

Nach 20 Minuten ins Behandlungszimmer. Meinem Zahnarzt beichtete ich gleich das Fremdgehen. „Solange Sie nur mich betrügen und nicht Ihren
Partner…- das wäre doch sehr viel folgenreicher! Wollen wir uns mal anschauen, was da los ist?“ Ich wollte. Aber kurz vorher noch eine Warnung: „Bitte nicht
auf dem Zahn rumklopfen…!“ „Warum sollte ich?“ Ich fühlte mich wie im 7.ten Himmel. „Zeigen Sie mir mal mit dem Zeigefinger, wo es genau weh tut…!“ Ich
zeigte. „Trauen Sie sich zu, dass wir den Zahn heute ziehen, war ja eigentlich für Dezember mit Unterstützung Ihrer Schwester geplant!“ Eigentlich war mir klar, dass es die einzig logische Konsequenz war, insofern stimmte ich zu. Und auch der gleichzeitigen Zahnfleischbefreiung des Weisheitszahnes, der – wen wundert es in diesem historischen Jahr – sich langsam den Weg in die Freiheit bahnte… ! Ich passte genau auf den Ablauf auf, wie mein ZA Spritzen gibt… Erst Zahnfleisch trocken fönen, dann auf einen Tupfer kurz „Minibetäubungsmittel“ geben, diesen Tuper an das Zahnfleisch halten, dann die Spritze. (Ich glaube, bald kann ich es selbst mal versuchen…) Ein wohliges Gefühl breitete sich in mir aus. Keine Schmerzen. Das erste mal seit Tagen! Keine Schmerzen. So könnte ich gerne nach Hause gehen…

Doch das war ja nicht Sinn und Zweck. Leider. Mein Herz pocherte. Auch wenn ich wusste, wenn dieser blöde Zahn draussen ist, sind auch die Schmerzen vorbei – diese
kleine Seifenblasenzeit ohne Schmerzen war zu wunderschön…! Eine knappe halbe Stunde musste ich leider noch warten, bis der ZA zurück kam, um ans Werk zu gehen. Ich sagte mir selbst, was ich so vielfach gehört hatte: „Zähne ziehen ist nicht schlimm…!“ Und doch war ich aufgeregt, zittrig und ängstlich. Als mein ZA endlich kam, war ich aber
so weit, dass ich es einfach nur noch hinter mir haben wollte. Er erklärte mir viele, viele Kleinigkeiten, die nichts mit dem Zahnziehen zu tun hatten, aber mich dennoch irgendwie beruhigten. Warum er ein Kissen unter mein Nacken lege, wieso so ein mobiler Schrank so genial sei, dass er sich stets Gedanken mache über eine
„Wohlfühlraumtemperatur“ bei ihm… Währenddessen fing er an in meinem Mund zu arbeiten. Meine Hände zitterten. Ich merkte, dass es sich nicht um ein „einfaches Zahnziehen“ handelte, denn er war ruhig während der Prozedur und redete kaum. Stückchen für Stückchen holte er den Zahn raus. Wahrscheinlich hatte ich das dem Aufbohren zu verdanken. Jedes mal, wenn er ein kleines Stück „befreit“ hatte, legte er kurz seinen Handrücken auf meine Hände und sagte: „Wieder ein Stückchen mehr…- ich mache mal ganz vorsichtig weiter.“ Nach 10 Minuten sagte mir mein Kopf: „Wieso sagen immer alle – Zahnziehen ist nicht schlimm… - ich empfinde es gerade als
grausam!“ Ich glaube, er spürte meinen Gedanken und fragte, ob ich eine kleine Pause wolle. Ich deutete mit meinen Augen ein Nein an und er machte weiter. Nach weiteren 10 Minuten war er fertig. Endlich! Das Zahnfleischentfernen über meinem Weisheitszahn ging dann sehr schnell. Tupfer an die Stellen und für die
folgende halbe Stunde – Stunde: Zähne zusammen beißen… Da alles betäubt war, wusste ich gar nicht, ob ich das richtig machte, aber er schaute mich zufrieden
an. Reden konnte ich so aber nicht mehr. Ab zur Rezeption. Ein Din A4- Zettel mit kleinen Tipps und FAQ´s. Ein Schulterklopfen von der Assistentin: „Das haben Sie heute so toll gemacht. Ohne grosse Schwester. Zu Hause haben Sie vielleicht noch ein wenig Wundschmerz, aber so tapfer, wie Sie heute hier waren, ist das ein Klacks für Sie!“ Ich
konnte nur nicken. Und wollte nur ins Bett. Nach Hause. Endlich schlafen.


Der Wundschmerz kam. Doch das machte mir keine Sorgen. Vielmehr, dass es einfach nicht aufhören wollte zu bluten. Ich hatte den Tupfer
wohl zu früh entfernt. Panisch rief ich meinen Daddy an. 4 Stunden war die Entfernung des Zahns her und ich blutete immer noch. Ich schaukelte mich selbst
hoch mit meiner Panik. Doch Daddy erklärte mir ganz ruhig, dass ich meinem Mund die Chance geben müsse, einen Pfropfen zu bilden. Also selbst Tupfer gebastelt, Angst überwunden und an die Stelle gedrückt. Es hörte auf. Endlich. Ich konnte schlafen. Und schlief. Zwar schmerzte mein Mund noch, aber es war eher wie ein zarter Hauch des
Schmerzens, welcher mich in der Nacht zuvor die Wände hatte hochgehen lassen. Eine kleine zarte Erinnerung, an den Zahn, der mich so gequält hatte.

Dienstag

The day after. Ein wenig fühlte ich mich wie ein Boxer, der gestern seinen grossen Fight gewonnen hatte. Leider sah ich eher wie ein Verlierer aus. Ein blau/grüner Fleck zierte meine Wange, doch das war nicht schlimm - vielmehr zeigte es mir: ich habe gekämpft. Und gewonnen. Die Situation in meiner Zahnarztbiographie, vor der ich am meisten Angst hatte, habe ich überlebt. Zwar mit kleinen Abschürfungen, doch glücklich. Beim lächeln spürte ich einen Muskelkater in meiner Wange. Ein Muskelkater der mir zeigte, dass man alles schaffen kann: das sogar die schlimmsten Alpträume nur Alpträume sind… und das aus meinem Alptraum im Laufe der Zeit ein traumhaftes Lächeln wird!
17.08.09 Erster Termin seit über einem Jahrzehnt :)
Erfahrungen seitdem gesammelt in: Zahnsteinentfernung, Bohren, WB, PZR, Zahnziehen, Paradontosebehandlung
und wie die Angst von mal zu mal weniger wird :)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Brainbug« (20. November 2009, 19:01)

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Brainbug

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22

Freitag, 20. November 2009, 19:28

Warum bin ich eigentlich eine Umfrage? :D
17.08.09 Erster Termin seit über einem Jahrzehnt :)
Erfahrungen seitdem gesammelt in: Zahnsteinentfernung, Bohren, WB, PZR, Zahnziehen, Paradontosebehandlung
und wie die Angst von mal zu mal weniger wird :)
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incredible5

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23

Freitag, 20. November 2009, 19:33

uuuppsss.... wir hatten da neulich ein kleines technisches Problem.... ich verschieb Dich gleichmal, ok? :knuddel:
Disarm you with a smile. Smashing Pumpkins



Bitte achtet darauf, daß Ihr keine Namen von Behandlern nennt. Näheres hierzu findet Ihr hier unter Punkt 2.11
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winnemaus

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24

Freitag, 20. November 2009, 21:10

Hallo Brainbug,

wieder ein schöner Bericht, der klar macht, dass man nur an den richtigen Zahnarzt gelangen muss, zu dem man Vertrauen aufbauen kann. Dann kann es vielleicht ruhig mal ein bißchen zipen, oder? Ich hoffe, Dir geht es gut und Du hast keine Schmerzen mehr.

LG
winnemaus

Nach 20 Jahren ohne Zahnarzt von September 08 bis Juli 09 unzählige Termine
3 VN, 6 Füllungen, Parodontitisbehandlung, 3 x Ex, Knochenaufbau, 2 Implis und drei Brücken
30.07.09 FERTIG!!!
11.11.09 und 13.01.10 Kontrolltermine - easy, völlig umsonst vorher verrückt gemacht...
nächster Kontrolltermin 5. August 2010
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dreijahre

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25

Freitag, 20. November 2009, 23:20

was für ein wunderbarer bericht. ich habe das jetzt gerade alles gelesen und ne weile für gebraucht. immerhin musste ich zwischendurch tränen trocknen und nase putzen.... und gelacht hab ich auch und gelächelt aber... auch geheult. ich möchte auch endlich so denken können!
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Tagträumer

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26

Donnerstag, 26. November 2009, 00:12

Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Du hast so wunder- und gefühlvoll geschrieben - mein Nutellatoast schmeckt salzig vor lauter Tränen. Von der ersten Zeile an habe ich mitgefiebert und wie in einem Roman gelesen. Ich habe mir schon vorgestellt, was als nächstes passieren könnte um dann doch meißt andere Dinge zu lesen.
Deine Texte sind so unglaublich ermutigend, da sie einfach offen und mit allen Einzelheiten ausgeschmückt sind. Du berichtest von jedem Gefühl, jedem Pieks, jeder Panikattacke...aber auch von jeder guten kleinigkeit, die einem selber Mut macht.
Ich bin begeistert von deiner Durchhaltekraft, deinem Mut und deiner Entschlossenheit. Ich freue mich - ohne dich zu kennen - ungemein auf den Tag, an dem du, warscheinlich mit Freudentränen im Gesicht, versuchst das Teenagerfoto nachzustellen...mit fertig behandelten und wunderschönen Zähnen, die zu deinem fröhlichen Wesen passen. Man kann nicht überlesen, dass du ein sehr fröhlicher und lebensfroher Mensch bist..auch wenn dies durch die Zähne für eine gewisse Zeit unterdrückt wurde/wird. Auch kommt dein von deinem Vater geerbter Humor oft zu Tage. Kleine, perfekt gesetzte Seitenhiebe in die Ernsthaftigkeit - wundervoll.

Ich freu mich auf alle weiteren Berichte - denn mit jedem hast du wieder eine Etappe geschafft! Alles Gute dafür und vielen Dank für die Arbeit, das ganze mit uns zu teilen.
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MrsBeasly

unregistriert

27

Sonntag, 31. Januar 2010, 00:28

Wirklich ein toller Bericht!! -- habe so meine Zeit dran gesessen alles zu lesen, aber es macht wirklich mut... besonders gefallen hat mir der teil, wo du den zahnarzt am liebsten küssen wolltest :D ... habe mir einen film mit so einer geschichte vorstellen müssen ... hast du einen partner?? :rotebacke: ... naja wenn nicht, wird meine filmgeschichte ja vielleicht wahr :D .. nee aber mal im ernst ihr scheint echt ein klasse verhältniss zu haben -- und man merkt wirklich richtig nochmal, wie unterschiedlich zahnärzte doch sein können


liebe grüße MrsBeasly
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Teaser

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28

Dienstag, 22. Februar 2011, 02:37

Hallo Brainbug

Die ganze Dokumentation die du hier vollbracht hast, sind einfach wunderbar. Man kann förmlich mitfühlen, und gestehen, dass du wirklich einen guten Doc gefunden hast, (wonach ich noch suchen muss) Es ist wirklich verdammt mutig was du da geleistest hast. Als ich den Anfang gelesen hatte, dachteich nur: Wann habe ich das geschrieben ?
Du kannst dich glücklich schätzen solche Leute zu haben, die so hinter dir stehen. Aber das du es auch allein weitergemacht hast, großen Respekt. Ich hoffe, dass ich mal den Mut dazu haben werde und ebenfalls ein leben haben werde.
Wie geht es dir jetzt nach dem ganzen ?
Servus euer Teaser
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Mutzurlücke

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29

Donnerstag, 31. März 2011, 08:34

und fortsetzung folgt?;)

Ist wirklich ein wunderschöner Bericht!!!
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Allein

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30

Donnerstag, 31. März 2011, 08:45

Letzter Eintrag:

Zitat

Freitag, 20. November 2009, 19:28

ob nach 1.5 Jahren da noch ne Fortsetzung kommt ... Zweifel
Ich denke, wir schätzen alle den Zustand unserer Zähne als "zu schlimm" ein, und sind auch erfahren genug im Überschätzen der Lage :)
Wunder stehen nicht im Gegensatz zur Natur, sondern nur im Gegensatz zu dem, was wir über die Natur wissen.
Meine Geschichte
FERTIG
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Mutzurlücke

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Wohnort: Göppingen

31

Donnerstag, 31. März 2011, 09:15

Ist ja besser für sie,wenn sie keine Zahnarztangst mehr hat,über die sie hier berichten könnte:)
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Simsalabim

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32

Dienstag, 16. August 2011, 17:17

puuuhhhhhhhh
ich hab total Gänsehaut ......
Hut ab für Deinen Mut!
Ich hoffe, Dir ist es weiter gut ergangen!?
12.08.11 im Forum angemeldet
15.08.11 ein Herz gefasst und Termin beim ZA gemacht
16.08.11 1. Termin seit Jahren - Gespräch, Bestandsaufnahme, Füllung für einen Eckzahn
19.08.11 2. Termin - PZR ... ich lebe noch und habe in zwei Wochen wieder nen Termin

Fortsetzung folgt ...
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Brainbug

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33

Dienstag, 16. August 2011, 20:21

Noch immer bin ich ein fleißiger Leser des Forums – schreiben habe ich in der letzten Zeit etwas vernachlässigt, da es leicht ausufert… nicht vernachlässigt habe ich jedoch meine Zahnarztbesuche :D
Wenn ich in meinen eigenen „alten“ Beiträgen lese, wird mir erst richtig bewusst, wie sehr doch ein mir ehemals „unbekannter Mann“ nun doch Dinge in die Wege geleitet hat, die mir ehemals unüberwindbar schienen. Was alles habe ich mir versagt wegen meines fehlenden Selbstbewusstseins, meiner festgefahrenen Gedankenstrukturen. Ich weiß, dass es hier Menschen genauso geht, wie es mir ging… (und dieses „ging“ werdet auch ihr eines Tages schreiben können….) Vor zwei Jahren noch habe ich mich täglich mindestens 1 Stunde (gefühlte 3) mit meinen Zähnen beschäftigt. Angefangen beim Aufwachen (sind sie noch da), beim Frühstück (hoffentlich bricht nichts ab….), beim Rauchen (wenn du mit Rauchen aufhören würdest, vielleicht würden deine Zähne wieder besser werden von alleine…), beim Sprechen (bitte, bitte – schaut mir in die Augen und nicht auf meinen Mund, wie kann ich bloß dieses Elend verstecken), in Gesellschaft („willst du einen Kaugummi?“ – Pfffhhhh , denkt dieser Mensch ernsthaft, dass ich mich trauen würde, Kaugummi zu kauen?)

Hier kennen wohl viele diese grausame, tagtägliche Spirale…. Werde ich heute Abend noch mit der gleichen „Zahnmenge“ zu Bett gehen? Wird heute jemand merken, was ich all die Jahre verstecke und mich darauf ansprechen? Passiert heute irgendwas, was mich in Panik versetzt und mich ZWINGT, meine Zähne untersuchen zu lassen….?

Es ist sehr befreiend, sich von all diesen Gedanken lösen zu können und so will ich euch berichten von meinen „Zahnarztbesuchen für Fortgeschrittene“: In den letzten Wochen habe ich eine Paradontosebehandlung „mitgemacht“. Ende letzten Jahres habe ich selbst bemerkt, dass sich irgendwas bei meinem Zahnfleisch verändert, das ich plötzlich zu Zahnfleischbluten neige, was ich gar nicht kannte von mir. Im Frühling stand ein PZR-Termin an und ich dachte, ich könne mich um eine „richtige Untersuchung“ herumwinden, doch dem war nicht so. Schon bei der PZR merkte die Helferin, dass es da nicht so ganz ideal um mein Zahnfleisch bestellt ist und bei der anschließenden Taschentiefenmessung blieb als einziges Ergebnis die Paradontose-Behandlung. Großes P in meinen Augen! Was für böse Sachen man doch da schon gehört hat. Natürlich folgten beruhigende Worte meines Traumdoc´s, heutzutage sei so etwas nicht mehr schlimm, alles gut betäubt, ist in etwas vergleichbar mit eine PZR, nur ein Tickchen ärger, weil unter dem Zahnfleisch sauber gemacht würde… aber ich solle mich keinesfalls verrückt machen. Wenn der wüsste! Natürlich machte ich mich verrückt. Malte mir Szenarien aus, die wunderbar in Saw 8 passen würden und in denen zig Flaschen Kunstblut spritzen müssten um halbwegs dem gerecht zu werden, was mir auf dem Zahnarztstuhl blühen würde… „Bullshit“ (sorry für das Schimpfwort, aber ist halt Bullshit, hihi) Michel aus Lönneberga mit seinem Kopf in der Suppenschüssel hat es sehr viel schlimmer erwischt als mich mit der Paradontose. Einen Tipp kann ich jedem geben, den ich selbst zum Glück auch beherzigt habe: googlet niemals anstehende Behandlungen! Alle Infos die ich über die Paradontosebehandlung hatte, habe ich vorweg aus diesem Forum erhalten. Und das reichte mir auch schon. Die meisten schrieben, dass es kaum der Rede wert sei. So empfand ich nicht. Aber es ist gut auszuhalten. Es ist eine blöde Stunde im Leben (insgesamt waren es bei mir halt 4) die aber auch wieder vergeht. Vor dem ersten Termin bin ich ganz schön in Panik gewesen… was erwartet mich da bloß? Und doch hat mich rückwirkend nichts Schlimmes erwartet. Natürlich gibt es angenehmeres als Spritzen – doch habe ich auch gelernt, dass Spritzen halt pieken. Und es sich etwas seltsam anfühlt, wenn man merkt, wie das Schmerzmittel den Kiefer flachlegt. Und ansonsten verursachen sie bei mir nichts Dramatisches. Für die Behandlung selbst hatte ich meinen IPod mit, da ich wusste – es dauert etwas länger. Natürlich hörte ich die Zahnarztgeräusche, doch sie waren weniger dramatisch durch die Musik im Hintergrund. Und natürlich habe ich auch gemerkt, dass mein Doktor da rumhantierte, doch ich hatte keine Schmerzen. Was mir am meisten Leiden verursachte war mein Kiefermuskel, dem das lange Mundaufhalten nicht gefiel! Am nächsten Tag rächte sich das alles auch mit einem wahnsinnigen Muskelkater. Für mich hat sich bewährt, in den nächsten 24 Stunden den behandelten Sektor nur mit einer weichen Kinderzahnbürste zu putzen, doch ob das bei allen so ist…? Ich bin da halt etwas sensibel bei meinen Zähnchen :) Und ich glaube diese Feinfühligkeit bezüglich meinen Zähnen werde ich immer beibehalten.

Nun jährt es sich bald zum zweiten Mal: der erste Besuch nach sehr, sehr langer Zeit. Und ich freue mich, feststellen zu dürfen, dass ich meinem Zahnarzt vertraue! Ein Mensch, der morgens ebenso Kaffee trinkt und Zeitung liest wie auch du und ich… er hat mein Leben phänomenal verändert. Jeden Tag erneut könnte ich ihn umarmen und danken, für die Anstöße die er meinem Leben gegeben hat. Denn wenn die Angst sich so tief eingenistet hat wie es bei mir der Fall war, gehen mit der Reduzierung der Angst weitere Lebensveränderungen einher. Es gibt noch immer Momente, wo ich mich kopfschüttelnd im Spiegel betrachte und denke: lieber Zauberarzt, ohne Dich wäre ich heute nicht hier. Und das ist Tatsache. Die Zahnarztangst anzugehen, dieses große Thema aus dem Weg zu räumen, hat bei mir noch viele, viele andere Sachen ins Rollen gebracht. Eigentlich alles.

Ganz oft habe ich gedacht, mein Leben wäre zu Ende, wenn ich mich der Angst stelle, doch das Gegenteil ist der Fall. Es ist wieder Leben.
17.08.09 Erster Termin seit über einem Jahrzehnt :)
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Panik-Mops

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34

Dienstag, 16. August 2011, 20:34

Liebe Brainbug,

Danke für diesen tollen Beitrag!

LG,
Mops
Wohin die Reise geht, hängt nicht davon ab, woher der Wind weht, sondern wie man die Segel setzt.
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perdita

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Wohnort: Stuttgart

35

Dienstag, 16. August 2011, 20:54

Ganz oft habe ich gedacht, mein Leben wäre zu Ende, wenn ich mich der Angst stelle, doch das Gegenteil ist der Fall. Es ist wieder Leben.


Den könnte man als Motto über dieses Forum stellen. Sehr toll formuliert! :] :daumentop:

www.zahnarzt-angst-hilfe.de

Bitte achtet darauf, dass ihr keine Namen von Behandlern nennt. Näheres hierzu findet Ihr hier unter Punkt 2.11


"Ohne Angst kann es keinen Mut geben" Christopher Paolini "Eragon"
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Dentadämon

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36

Montag, 3. Oktober 2011, 18:09

Wahnsinns Bericht! Wirklich sehr gut und vor allem ermutigend geschrieben! Ich hoffe, dass ich auch bald den großen Schritt über die Schwelle schaffe. Vorgenommen habe ich es mir schon für diese Woche, wenn ich einen Termin bekomme natürlich.
Vielen Danke für diesen Bericht!
Alles Liebe,
Dentadevil
"Hörst du das Angst? Ich lache dir ins Gesicht!"
_______________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________
04. Okt. ´11 - nach drei Jahren wieder beim Zahnarzt (Notbehandlung) :anbet:
07. Okt. ´11 - eine Ex + kurze Besprechung 8):
24. Okt. ´11 - Termin vom 11. Okt. = Flucht ergriffen :S
22. Nov. ´11 - neuer Versuch. Röntgen, Befund, Besprechung
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Farina

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37

Mittwoch, 22. Februar 2012, 09:55

Wow, das ist wirklich toll geschrieben...und Danke, dass du das Forum daran teilhaben lässt.

Es freut mich sehr, dass du den richtigen zahnarzt gefunden hast und deine Zähne nun wieder optimal versorgt werden. Mich persönlich ermutigen deine Berichte.
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ZuvielAngst

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Wohnort: NRW

38

Samstag, 28. April 2012, 10:22

Geweint, geschmunzelt, gezittert, auch mal herzlich gelacht....

Du machst mit deinen so wunderbar geschriebenen Worten Mut.... DANKE dafür! :knuddel:
26.April.2012
Beratung
02.05.2012
7 Zähne raus
Abdruck für Provis
04.05.2012
10 Zähne raus
Provis eingesetzt
:D
Aus ZuvielAngst wird dann nun einfach *Ela* !
29.05.2012
Kontrolle
Voraussichtlich fertig August 2012
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