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HarisKadic

unregistriert

1

Mittwoch, 31. Dezember 2008, 02:17

Kaputte Zähne.....Vollnarkose / OP / HILFE

Hallo und Servus

Sicher wurde dieses Thema wohl oft hier diskutiert und ich werde sicher den Ratschlag erhalten in den vorhanden Themen nachzusuchen. Ich möchte es aber gerne auf mich beziehen und erhoffe mir nach langem Leidensweg eine Lösung zu finden.

Ich bitte auch darum dass dies Ernst genommen wird und verbitte mir irgendwelche abweichenden Kommentare.

Ich bin zur Zeit 36 Jahre alt, aus Nordhessen ( zwischen Göttingen und Kassel ) und eigentlich ein lebensforher Mensch. Zur Zeit ohne Job, was auch sicher mit meinem Erscheinungsbild zu tun hat. Ja, es geht um die Zähne.

Mein Gebiss hat in den letzten Jahren sehr negative Veränderungen vorgenommen und ich hatte meinen letzten ZA-Besuch schon einige Jahre hinter mir. Ich gehöre zu den Angstpatienten die schon beim Anblick des Stuhles anfangen zu zittern, schwitzen und zu kolabieren.

Ich habe es lange verdrengt und lebte so vor mich her. Vor etwa einem Jahr sprach mich meine jetzige Freundin auf mein Gebiss an und ich nahm den ersten Kontakt per Mail zu einem ZA in meiner Nähe auf. Allerdings meldete er sich nach der ersten Mail nicht mehr und ich stehe nachwievor alleine da.

Im Internet hab ich oft zu lesen bekommen dass es die Möglichkeut gibt per Vollnarkose alle Zähne machen zu lassen und das ganze über die Krankenkasse abzurechnen. Dass ich ein Angstpatient bin, steht schon seit vielen Jahren in meiner Kranken-Akte. Doch der Hausarzt hat mich nach einem persönlichem Gespräch ausgelacht und sagte dass ich doch nun gross genug sei um die Angst zu überwinden.

Es gab oft Phasen xxx als auf dem ZA-Stuhl zu sitzen. Die Angst aber auch meine Freundin zu verlieren ist ebenos gross. Sie küsst mich schon seit langer Zeit nicht mehr und ich kann sie auch verstehen. Aber diese fehlende Liebe und Zärtlichkeit ist bitter. Auch die Tatsache dass ich Äusserlich einen sehr adretten Eindruck mache und gerne mit Menschen zusammen arbeite aber die Komplexe immer grösser werden, lässt mich langsam verzweifeln. Kein Tag an dem ich mir nicht wünsche wieder mit einem breiten Lächeln bei einem Bewerbungsgespräch zu sitzen. Mein Selbstbewusstsein, welches mal unschlagbar war, ist dahin und ich gebe mich immer mehr auf.

Was kann ich tun und welchen Weg muss ich gehen um wieder der Starke Mensch zu werden der ich mal war ????

An welche Ärzte kann ich mich wenden und welche Kosten kämen auf mich zu ?

Wie kann ich die Kosten abwenden ?

Ich würde mich über Ratschläge sowie Adressen sehr freuen und hoffe schon bald anderen damit ebenfalls helfen zu können.


edit - siehe Nutzungsbedingungen Punkt 2.13 - incredible5

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »HarisKadic« (31. Dezember 2008, 02:19)

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Kleeene

unregistriert

2

Mittwoch, 31. Dezember 2008, 03:12

Moin Moin und auch ein nettes Servus*

Herzlich Willkommen hier bei uns Ex- und Angsthasen :]


Zitat

Sicher wurde dieses Thema wohl oft hier diskutiert und ich werde sicher den Ratschlag erhalten in den vorhanden Themen nachzusuchen. Ich möchte es aber gerne auf mich beziehen und erhoffe mir nach langem Leidensweg eine Lösung zu finden.


Klar, wir können dich schon an die Hand nehmen und dir Tipps reichen, dazu gibts uns ja. Ein bissl Mithelfen musst du natürlich schon - aber das werden wir schon hinkriegen. ;)

Zitat

Ich bitte auch darum dass dies Ernst genommen wird und verbitte mir irgendwelche abweichenden Kommentare.


Von derlei Kommentaren nehmen wir immer schon Abstand und bemühen uns um ein freundliches und nettes Miteinander hier im Forum.
Unsere Nutzungsbedingungen weisen ja auch explizit darauf hin - dass wir hier Regeln wie die Nettiquette oder den guten Internetton haben.
Man darf halt nicht vergessen, dass hinter jedem PC auch ein Mensch sitzt. ;)

Zitat

Im Internet hab ich oft zu lesen bekommen dass es die Möglichkeut gibt per Vollnarkose alle Zähne machen zu lassen und das ganze über die Krankenkasse abzurechnen.


Nein, das stimmt so nicht - es gibt sicher Institutionen, die dies so handhaben - dies ist aber eine Sache, die man PRIVAT finanzieren muss. Um eine Vollnarkose zu bekommen, muss es eine medizinsche Indikation (zum Beispiel: Behinderung) geben.
Lies doch mal hier im Forum, welche Methoden - zum Beispiel: Hypnose es noch gibt, um eine Vollnarkose zu vermeiden. Es funktioniert bei einem guten Zahnarzt, dem du VERTRAUEN kannst, bei dem das Verhältnis einfach stimmt, in den meisten Fällen auch ganz von selbst, natürlich mit wirkenden lokalen Betäubungen.

Zitat

An welche Ärzte kann ich mich wenden und welche Kosten kämen auf mich zu ? Wie kann ich die Kosten abwenden ? Ich würde mich über Ratschläge sowie Adressen sehr freuen und hoffe schon bald anderen damit ebenfalls helfen zu können.


Starte doch mal ein Thema in der ZA-Suche, in dem du nach ZÄ in deiner Nähe fragst - da werden per Privater Nachricht sicher Empfehlungen kommen.

Kosten abwenden? Erst einmal benötigst du doch einen Befund - und DANN kannst du schauen, welche Art von Lösung du brauchen KÖNNTEST - aber erst mal warte ab, was ein Zahnarzt dazu sagt.

Ich hoffe, das wir dir damit schon ein wenig weiterhelfen konnten - wir tuns ja gerne - und würden uns freuen, mehr von dir zu lesen*

Viele Grüße Kleeene
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incredible5

Team Moderator

Beiträge: 7 209

Geschlecht: Weiblich

Wohnort: Oberfranken

3

Mittwoch, 31. Dezember 2008, 03:26

Hallo Haris!

Auch von mir nochmal ein HERZLICHES WILLKOMMEN hier bei uns Angstis :].

Ich kann mich Kleeenes Post nur anschließen - und nochmals betonen, daß hier JEDER USER als EINZELPERSON angesehen wird - und wir versuchen, jedem so gut wir können INDIVIDUELL zur Seite zu stehen.

Zu Deiner Mail an den ZA - vielleicht ist sie ja im Spam gelandet? Das war bei mir damals so, meine erste Mail ist nie angekommen.....

Mit der Vollnarkose ist das so eine Sache - natürlich werden da die Zähne SCHNELL saniert - die Zähne - aber zur Angstbewältigung trägt das leider - wenn überhaupt - meist nur sekundär bei.
Angstbewältigung - was ja das Ziel hier im Forum ist - schafft man auf längere Sicht nur durch Vertrauen. Durch das Vertrauen, daß sich aufbaut, wenn man nach ein paar Behandlungen sagen kann "ja, ich vertraue meinem Zahnarzt - er geht auf meine Probleme ein und nimmt mich ernst"
Auch wenn Du Dich für den Weg der Vollnarkose entscheiden solltest, möchten wir Dich natürlich gerne auf dem Weg dorthin genauso begleiten.

Aus Deinem Beitrag glaube ich zu lesen, daß Du den Willen hast, die Zahnbehandlung JETZT anzugehen - und daß Du ein sehr selbstbewußter Mensch BIST.

Auf Deinem Weg, Dein Lachen wieder zu erhalten, möchten wir Dich gerne begleiten. Solltest Du Fragen haben, oder auch wenn Du einfach Deinen Frust / Deine Ängste rausschreien möchtest - wir sind da.

Grüßla
Assi
Disarm you with a smile. Smashing Pumpkins



Bitte achtet darauf, daß Ihr keine Namen von Behandlern nennt. Näheres hierzu findet Ihr hier unter Punkt 2.11
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perdita

Team Moderator

Beiträge: 20 432

Geschlecht: Weiblich

Wohnort: Stuttgart

4

Mittwoch, 31. Dezember 2008, 10:45

Zitat


...
Was kann ich tun und welchen Weg muss ich gehen um wieder der Starke Mensch zu werden der ich mal war ???? ...


Ich hab mir mal diesen einen Satz rausgepickt, denn ich glaube, der ist das A und das O bei der ganzen Sache.
Es ist ja das fehlende Selbstbewusstsein, was uns auch für andere so wenig attraktiv macht - sei es für Partner oder für Arbeitgeber. Wenn wir uns selbst nicht achten, fällt es anderen auch sehr schwer, uns zu achten.

Wie bekommt man Selbstachtung? - In allererster Linie wohl dadurch, dass man etwas aus eigener Kraft schafft, was man sich nicht zugetraut hätte. Todesangst überwinden zum Beispiel. Und ich denke, ich übertreibe nicht, wenn ich dieses Wort verwende, denn sehr viele von uns haben das in ihren dunkelsten Zeiten auch schon benutzt.

Ich greife jetzt mal auf, was Assi schon angesprochen hat: Die Sanierung in Vollnarkose verändert dich rein äußerlich zum Besseren, aber innerlich bleibt die Angst vorm nächsten Termin bestehen. Dein Selbstwertgefühl wird ja nicht größer durch Einschlafen-Aufwachen-Fertigsein. Es gehört ein etwas längerer Weg dazu, mit immer wieder Überwindung, die aber von Mal zu Mal leichter wird.
Auch in örtlicher Betäubung sind Behandlungen heute nicht mehr schmerzhaft. Man ist nach jedem überstandenen Termin ein Stück stolzer, wird von Mal zu Mal selbstbewusster, weil man merkt - hey, ich kann ja was, das ich mir nie zugetraut hätte. Ich kann wie jeder normale Mensch für den Rest meines Lebens zum Zahnarzt gehen.
Dann achtest du dich wieder auf der ganzen Linie. Und deine Umwelt wird nachziehen.

Wie Assi schon sagt, wir unterstützen dich natürlich auch wenn du die Vollnarkose wählst. Für manch einen mag das der einzige Weg sein. Aber ich möchte dich ermutigen, es doch zumindest mal zu versuchen. Dir die Erfahrung zu gönnen, dass du es überleben kannst, und es gar nicht so dramatisch ist wie du dachtest. Diese Erfahrung hat hier schon massenhaft Angstpatienten umgekrempelt und stolz und angstfrei gemacht. Genau das ist Ziel unseres Forums - nicht nur zu gesunden Zähnen zu verhelfen (dafür sind die Zahnärzte da), sondern in erster Linie zu helfen, die Angst und Panik zu überwinden.
Ich wünsch dir verdammt viel Kraft und Glück dafür!

Liebe Grüße,
perdita

www.zahnarzt-angst-hilfe.de

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"Ohne Angst kann es keinen Mut geben" Christopher Paolini "Eragon"
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Dieter K.

unregistriert

5

Mittwoch, 31. Dezember 2008, 14:12

Ist es wirklich so schlimm, dass eine Vollnarkose nötig ist?
Ich war im März dieses Jahres auch noch Angst-Patient, aber vor einer VN hatte ich immer mehr Angst als vor der regulären Behandlung, deswegen kam diese für mich nicht in Frage, obwohl es dann sicher schneller gegangen wäre.
So hatte ich viele Termine im Abstand von ungefähr 2 Wochen und die Sanierung wurde erst diesen Monat abgeschlossen.
Für mich war dieser Weg aber der Richtige. Die Angst wurde mit jedem Termin geringer und heute habe ich überhaupt keine mehr.



Der Anfang ist das Schwerste........ ;(
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Dieter K.

unregistriert

6

Mittwoch, 31. Dezember 2008, 14:15

Achja, die Kosten.
Im Falle von geringem Verdienst, und das ist u.a. bei Arbeitslosen der Fall, gibt es eine Härtefall-Regelung, welche vorschreibt, dass die Krankenkasse die Kosten für die Regelversorgung (also keine Extras wie Implantate, Teleskope u.ä.) vollständig übernimmt.
Hierzu muss allerdings ein Antrag gestellt werden.
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zahnlosinseattle

Erfahrungspunkte:

Beiträge: 126

Wohnort: Nordrhein-Westfalen

7

Freitag, 2. Januar 2009, 06:59

@perdita:

Zitat

Auch in örtlicher Betäubung sind Behandlungen heute nicht mehr schmerzhaft. Man ist nach jedem überstandenen Termin ein Stück stolzer, wird von Mal zu Mal selbstbewusster, weil man merkt - hey, ich kann ja was, das ich mir nie zugetraut hätte. Ich kann wie jeder normale Mensch für den Rest meines Lebens zum Zahnarzt gehen.
..halte ich persönlich auch für einen wichtigen Standpunkt bei Phobikern. :]

was eine VN angeht, sehe ich das wie Dieter K. Da hätte ich viel mehr Schiss vor als vor einer ZA-Behandlung. (gleich welcher) Man halte sich nur mal die möglichen Risiken einer VN vor Augen. Was ist das im Gegensatz zu einer Angst, die wir uns letztlich selber einreden, die aber durch Kontinuität abgebaut werden kann. siehe Posting perdita.
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