Endlich der 1. Schritt
Hallo,
zu meiner Geschichte:
Ich war jetzt seit ungefähr 10 Jahren nicht mehr beim Zahnarzt, weil ich eine solche Panik hatte. Habe in meiner Kindheit und als Jugendlicher sehr schlechte Erfahrungen beim ZA gemacht. Als ich das letzte Mal da war, hab ich am ganzen Körper so gezittert, dass der ZA mich nicht behandeln konnte.
Jetzt, 10 Jahre später habe ich viele kaputte Zähne und meine Weissheitszähne müssen raus. Ich kann kaum noch was essen und nehme ständig Schmerztabletten.
Ausserdem habe ich mich auch charakterlich total verändert, weil ich mich so für meine Zähne schäme. Vorne ist zwar noch soweit alles in Ordnung, aber beim Lachen muss ich aufpassen dass ich meinen Mund nicht zu weit aufmache, da man sonst die Baustelle sieht.
Früher bin ich gerne weggegangen und war viel lebenslustiger. Heute gehe ich nicht mehr gerne weg, weil ich Angst habe, dass jemand was bemerkt.
Ich habe auch bis heute noch mit keinem darüber geredet, noch nicht einmal mit meinem Mann.
Heute war es dann endlich soweit, der erste Termin beim ZA, nach 10 Jahren. Vor einigen Monaten habe ich mir eine Praxis ausgesucht, die im Internet vorgestellt wurde. Dort konnte ich mir die Ärzte, die Praxis und die Helferinnen schon mal anschauen. Dort stand auch, dass bei dem ersten Termin erstmal nur ein Beratungsgespräch stattfindet und dass auch Behandlungen unter Vollnarkose möglich sind.
Ich habe mir extra eine Praxis ausgesucht, die 20 Km von meinem Wohnort entfernt ist, weil Angst hatte, dass mich sonst jemand dort kennt. Das wäre mit einfach zu peinlich gewesen.
Nachdem ich mir einige Monate immer wieder die Homepage angeschaut haben, hatte ich endlich den Mut einen Termin auszumachen. Vorher habe ich geschildert, dass ich extreme Panik habe und habe gefragt, ob Behandlungen unter VN auch wirklich dort möglich sind. Die Helferin am Telefon war wirklich super nett.
Bis gestern Abend habe ich mir dann auch kaum Gedanken über den Termin gemacht. Allerdings konnte ich diese Nacht dann kaum schlafen weil ich so nervös war.
Heute morgen war ich so abgelenkt noch durch einige Telefonate, dass ich auch keine wirkliche Angst hatte. Ich hab mir gedacht, dass ich ja gar nichts machen lassen muss, was ich nicht möchte und dass mich dort eh keiner kennt. Ausserdem bin ich bestimmt nicht die einzige, die so schlechte Zähne hat.
Die Praxis war super schön und alle waren so nett zu mir. Im Wartezimmer waren richtige Sessel und man hat überhaupt nicht gedacht, dass man beim ZA ist. Es roch auch nicht nach Arzt und man konnte auch keinen Bohrer oder ähnliches hören. Nach 10 Min. Wartezeit wurde ich dann auch schon von einer super netten jungen Helferin in ein Behandlungszimmer gebracht. Die Ärztin war total lieb und sehr freundlich. Als erstes haben wir an einem Tisch gesessen und sie hat mich gefragt wie es mir ginge. Dort hatte ich dann auch gar keine Angst mehr. Hab ihr dann alles erzählt und sie hat dann erstmal nur geguckt. Ich habe direkt gesagt, dass ich alles nur unter VN machen lasse. Dann hat sie meine Zähne fotografiert und mit einem Spiegel angeschaut. Danach wurde ich noch geröngt und ein Abdruck wurde gemacht. Zwischendurch wurde mir immer und immer wieder gesagt dass ich keine Angst haben bräuchte, dass nichts davon weh tun würde. Ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass irgendetwas weh tut. Das tat es aber nicht.
Das war dann schon der erste Termin und ich frag mich echt warum ich so blöd war damit so lange zu warten. Alles war total harmlos und tat in keinster weise weh.
In einer Woche habe ich den nächsten Termin in dem dann nur besprochen wird was alles gemacht werden muss und wie. Und dann wird auch der Termin für die Op ausgemacht.
Ich bin so froh, dass ich endlich den Mut hatte und bin so stolz auf mich. Das Praxisteam ist so lieb.
Ich hoffe ich kann jemanden mit meinem Bericht helfen auch diesen Schritt zu wagen.
Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »tanja91« (8. Februar 2008, 20:01)