Hallo ihr Lieben =)
Mich würde intressieren wie Euer Umfeld so reagiert hat, zum einen, als ihr vielleicht das erste Mal über Eure Angst gesprochen habt und danach, als ihr dann erzählt habt, das ihr bei einem termin wart und die Fortschritte "sichtbar" wurden.
Bei mir war es recht durchwachsen.
Meine Eltern, eher meine Mutter, machte schon jahrelang immer mal wieder Bemerkungen wie "Und, wann warst DU das letzte Mal beim Zahnarzt?" oder aber "Wann gehst du mal wiede rzum Zahnarzt?!" Das Thema wurden meistens auf Familienfeiern angesprochen wenn die halbe Verwandtschaft dabei saß

Ist nicht so das ich damals selten bei meinen Eltern war und man mich nicht so hätte drauf ansprechen können, das wurde ich auch, aber seltener. Bei Familienfeiern war es nämlich so das meine Schwester auch dabei saß, die zwar keine unbedingt schlechten Zähne hat, aber wesentlich länger keinen ZA mehr von nahem sah. Sie hat sich immer geschickt rausgeredet, hat ja keine Schmerzen. Ob es stimmt, weiß man nicht, ich weiß nur, das es ein Thema ist, welches sie eben nicht so gut meistert, auch wenn sie sonst immer die "Vorzeigetochter" war und ich immer nur das "Nebenstück", mit der wo nichts im Leben nach Plan lief... Aber das ist wieder ein anderes Thema ..
Das Thema wurde immer gemieden von mir. Immerhin war meine Front fast schwarz und somit unübersehbar ...
Eines Freitags rief ich meine Mum aus dem Auto raus an, mein bester Freund hatte mich grad abgeholt, eigentlich sollte ich auf meiner damaligen Arbeitsstelle im Büro sitzen und Störfälle eines tollen Telefonanbieters im Call-Center annehmen. Sie wunderte sich das ich im Auto war als ich ihr sagte "Wir sind grad auf dem Weg nach B. in die zahnklinik, ich hab Schmerzen."
Erster Kommentar "Ja, wenn ihr Schmerzen habt geht ihr alle irgendwann." Nicht sehr aufbauend ... Und ich hatte Schmerzen, wahnsinnige, höllische Schmerzen und wurde nach einer Woche Dauermedikation mit diversen Schmerzmitteln ( diese völlig überdosiert ... Als gelernte PTA wüsste man das eigentlich das es nicht gesund ist ) fast wahnsinnig.
Im Nachhinein hatte sie aber doch verständnis und war doch auch ein kleines bisschen Stolz das ich das so in Angriff nahm.
Vater hingegen, das Gegenteil, "Stell Dich nicht so an... mir haben sie letztes jahr 7 Zähne gezogen.." oder "Das bisschen, das ist doch nichts ..."
Meine Schwester hat dies immer nur belächelt. Doch ich kannte den Blick, es ist eine Sache die sie sich nicht traut.
Mein damaliger Freund, wir lernten uns damals erst kennen, hatten uns getroffen einen Tag bevor mir meine Front saniert wurde und er war überrascht, das ich die tage danach so wahnsinnig viel lächeln konnte, wirklich verstanden hatte er es aber nicht und im Nachhinein einige Zeit später auch meine Besuche beim ZA boykottiert ... Warum? Weil er eifersüchtig war ... Weil ich dann mal ne Stunde nicht auf dem Handy erreichbar war und selbst wenn er dann mit kam, war er niemals mit im Behandlungszimmer sondern vertrat sich die Beine in dem Einkaufscenter in dem mein ZA ansässig ist. "Warum hast Du so eine dicke Backe?!" .. "Das ist das Watteding, er hat mir grad 2 Backenzähne gezogen..." ."Ach so... und DAS dauert so lange?!". Zudem verbot er mir den kontakt zu meinem damals besten Freund, der anfangs IMMER mitkam wenn Termine anstanden und mein Pol der Ruhe war, wenn Termine waren.
Mein bester Freund fand es so toll, das er auch zu meinem ZA ging. Er hat eine Zahnfehlstellung die mit OP korriegiert werden muss. Leider hat er sich bis heute nicht getraut, der Kontakt ist aber auch (mittlerweile dank seiner Freundin) recht spärlich.
In der Firma damals wussten es nicht viele. Dort hab ich auch niemanden von der Angst erzählt, nur einem Kollegen mit dem ich super klar kam. 2 Tage nachdem meine Front gemacht wurde kam er an "Zeig mal!" und war sichtlich stolz.
In meiner neuen Firma gings damals recht schnell. Grade mal einen Monat dort, Zahnschmerzen gehabt, meine Vorgesetzte gefragt ob ich zum ZA könne. Sie hatte sofort Verständnis und gab mir den Rest des Tages frei. Heute weiß ich, das sie selber Angst hat, daher das Verständnis. Sie hat auch viel mitgemacht und spricht mir immer wieder Mut zu. Letzte Woche auch und als ich heute nach urlaub fragte wegen dem Termin zum Fäden ziehen war das alles kein Thema. Im Dezember habe ich dann gemerkt, das es sehr viele bei uns sind, die diese angst teilen. Mitte Dezember, ich glaube ich wr die erste mit Zahnschmerzen, gingen Zahnschmerzen bei uns um wie sonst die Grippeviren. Wir sind ein Großraumbüro mit ca. 40 Leuten, unser Team besteht aus ca. 15 Leuten von denen ca. 10 Angst haben. Als ich im Dezember dann beim Vertretungszahnarzt war der gegenüber unserer Firma ist, von dort nach über 2 Stunden wieder kam mit tauber Backe, kam eine andere Vorgesetzte zu mir "Du telefonierst heute nicht mehr." Arbeite in einem Büro in einer Art Kundencenter. Kundencenter ist in meinen Augen etwas falsch formuliert, wir betreiben Inkasso und haben demenstprechend auch viele Anrufe über den Tag und telefonieren auch raus.
Alles in Allem haben die meisten die es direkt mitbekamen positiv aufgefasst.
Ausnahmen gibt es immer, die dann kein Verständnis haben. Mittlerwiele gehe ich auch ganz anders mit dem Thema um. Meinem Verlobten habeich sehr früh davon erzählt und er steht mir da bei allem zur Seite so wie er kann.
Wie war das bei Euch?