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1

Montag, 8. Februar 2010, 15:10

warum hat man VORHER Angst?

hallo,

eine blöde Frage, aber hab ich nach mehreren ZA-Besuchen echt mal überlegt.

man hat immer nur Angst vor DEM Termin, vor DEM was gemacht wird, vor DEM Arzt usw. Eigentlich ist es ja hinterher meist unangenehmer, sei es die taube Wange nach Betäubung, oder
das Loch wenn ein Zahn gezogen wurde, oder blöde Nähte nach Implantaten usw.

da verschwendet man im Vorfeld aber keinen Gedanken dran, es ist einem egal. Es ist, als könne man nur bis zu diesem Zeitpunkt denken. Ich mache auch keine Termine oder sowas nach
DIESEM ZA-Besuch, ich denke wirklich nur bis DAhin. Ich bin tagelang sehr verschwenderisch, als denke ich, nachher kann ich nichts mehr kaufen.

geht Euch das auch so? Warum ist das so? Als wenn hinterher die Welt untergeht....

LG
Sabine

aus den Umfragen im smalltalk in den topic-Bereich verschoben von ManGo ;)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »ManGo« (8. Februar 2010, 17:51)

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sheila

unregistriert

2

Montag, 8. Februar 2010, 17:44

Hi,
Angst oder eher bammel habe ich nur vor Behandlungen die ich noch nicht kenne. Also bammel hatte ich vor den Parodontosebehandlungen, Angst vor der WSR sonst vor nichts. Beim ersten Termin war es nur die Scham.
Gehe ich zum ZA und es sind bekannte Behandlungen macht mir das garnichts aus, gehe sogar gerne hin. Ich denke Angst oder bammel vor unbekanntem ist normal. Geht einem bei anderen Ärzten doch genauso.
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Beiträge: 3 287

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Wohnort: Ruhrgebiet

3

Montag, 8. Februar 2010, 17:50

hallo sheila,

ich gehe auch mit Bammel hin, wenn ich das kenne, was gemacht wird. Das macht bei mir keinen Unterschied. Toll, wenn Du das inzwischen so kannst.

LG
Sabine
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Evenfall

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4

Montag, 8. Februar 2010, 18:40

Bei mir ist es, normalerweise, sogar noch merkwürdiger: Ich habe nur bis zu exakt dem Moment Angst, an dem mein Zahnarzt anfängt, mich zu behandeln. Auf dem Stuhl werde ich dann ruhiger - ich bin zwar immer sehr verkrampft und habe die Augen fest geschlossen, denn ich will gar nicht sehen, mit was er in meinem Mund werkelt, doch ich habe keine Angst mehr. Je länger ich allerdings in dem Wartezimmer sitzen muss oder, noch schlimmer, schon im Behandlungszimmer darauf warten muss, dass er kommt und anfängt, desto mehr Angst kriege ich. Und vor dem Termin habe ich sowieso generell Angst.



Warum das so ist, weiß ich leider nicht. Wahrscheinlich merke ich, wenn er anfängt, dass es doch nicht so schlimm ist, wie ich immer denke. Dabei ist es aber leider egal, ob ich das, was er macht, schon kenne - Angst habe ich leider jedes Mal.



Aber ab jetzt werd ich mich trotzdem zwingen, jeden Termin wahrzunehmen - und gegebenenfalls eben hinterher selbst mit etwas Schönem belohnen. :)
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incredible5

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5

Montag, 8. Februar 2010, 18:47

Zitat

man hat immer nur Angst vor DEM Termin, vor DEM was gemacht wird, vor DEM Arzt usw. Eigentlich ist es ja hinterher meist unangenehmer, sei es die taube Wange nach Betäubung, oder
das Loch wenn ein Zahn gezogen wurde, oder blöde Nähte nach Implantaten usw.


Ganz einfach - das dabei sind Schmerzen, während Dich eine andere Person berührt, und die sind voll krass - das danach sind Schmerzen, die einfach so da sind, die sind dann voll erträglich (ist jetzt gültig für jegliche Behandlung bei jedem Arzt).

Obwohl es beim ZA in den allerallermeisten Fällen bei der Angst vor den Schmerzen bleibt, weil sich so gut wie alles betäuben läßt, und die Zahndocs zum Glück auch mit Betäubung nicht geizig sind ;)
Disarm you with a smile. Smashing Pumpkins



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6

Montag, 8. Februar 2010, 20:15

ja, zum Glück ist das meiste wirklich schmerzlos. Aber meine Angst, die werde ich wohl niemals verlieren.

ich hab nur Angst, das man irgendwann wieder anfängt zu schludern.

LG
Sabine
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ManGo

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7

Montag, 8. Februar 2010, 20:21

Angst in dem Sinn hab ich zwar nicht mehr, aber irgendwie ist es nach einer Pause doch komisch, einen Termin vereinbaren zu müssen 8| , nachdem ich das jetzt mehrmal mitgemacht habe, hab ich meine Taktik leicht geändert:

Zwischen die Halbjährigen Kontrolltermine wird ab 2010 2x im Jahr eine PZR eingebaut. So bin ich jedes Quartal in der Praxis, also öfter, als zuletzt, und in kürzeren Abständen ;)

http://www.zahnarzt-angst-hilfe.de


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"Alles ist schwierig bevor es leicht wird."
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elc

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Wohnort: Niedersachsen

8

Montag, 8. Februar 2010, 21:11

ich denke mal, dass die angst VORHER daher rührt, dass man in der situation, die vor einem liegt, "ausgeliefert" ist. man ist IN der situation gezwungen, einen anderen menschen, zu dem man vertrauen trotz fremdheit aufbauen muss, das eindringen in ein ganz intimes gebiet zu gewähren. dabei kann man nicht helfen, nicht groß reden, nicht überwachen usw. alles hängt von dem arzt ab. schlechte erfahrungen - gespeichert im wunderbaren unterbewusstsein - begünstigen das VORHER noch, da auch eine schmerzverursachung durch den doc vermutet/erwartet wird. das ungewisse, wie wird was gemacht. es ist doch so, das unbekannte macht angst. auch das gefühl der minderwertigkeit spielt da ne rolle. alle augen auf den patienten, alle sehen "das". dieses gefühl macht unendlich klein, man hat vorher schon angst, "die könnten ja denken..."...

wieso nicht ans NACHHER gedacht wird - und ich schließe mich da mit ein ;) - liegt wohl dann logischer weise daran, dass man DANACH wieder herr über sich selbst ist, nicht beobachtet wird. man kann in seinem schmerz nach lust und laune fluchen, schmerzen auf eigene weise hemmungslos durchstehen, bekämpfen, "man-selbst-sein". ohne zwang. eigener wille zu allen handlungen. gewisse sachen sind NACHHER auch gewohnheit, ne taube wange z.b., ein anfangs leicht veränderter biss nach neuer füllung, das kennt man schon, um vor dem DANACH angst zu haben. ist halt nicht unbekannt.

vermute ich mal. so gehts jedenfalls mir.
www.zahnarzt-angst-hilfe.de

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Wohnort: Ruhrgebiet

9

Montag, 8. Februar 2010, 22:21

das hast Du sehr schön beschrieben. So kann ich das nachvollziehen.

LG
Sabine
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chris

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10

Dienstag, 9. Februar 2010, 12:48

Bei mir ist es so, dass ich vor unbekannten und sich schlimm anhörenden Behandlungen Angst habe (z.B. WSR oder Zähne ziehen). Füllungen oder ähnliches machen mir nichts mehr aus. Und dann ist es noch so, dass ich vor fremden ZA's Angst habe, weil ich sie nicht kenne und daher nicht einschätzen kann (geht mir momentan wieder so, ich muss morgen zum KC...)

Ansonsten ist es bei mir so - wie ich auch schon öfter schrieb - wenn ich mitten in einer Behandlung bin und deshalb 3 oder 4 Mal hin muss, macht es mir Null aus. war ich aber schon länger nicht mehr beim ZA, habe ich selbst vor der Kontrolluntersuchung ein mulmiges Gefühl.... Dann sitze ich im Wartezimmer und sterbe fast vor Angst. Oder das schon beschriebene Warten auf dem Behandlungsstuhl finde ich dann auch unerträglich. Kommt der ZA dann rein, legt sich das so langsam und ich werde ruhiger (was sicher damit zusammenhängt, weil er dann mit mir redet und ich selber mit ihm reden kann.)

PZR dazwischenlegen, wie ManGo das macht, geht bei mir nicht. Mein ZA will die PZR gerne ca. 1 Woche (oder eben ein paar Tage) vor dem Kontrolltermin. Aber ich lege die Termine meiner Kinder meist so, dass sie zwischen meinen Halbjahresterminen liegen, und so bin ich meist auch alle 3 Monate beim ZA, und auch, wenn ich bei den Kids nur nebendran sitze, so sind doch die Abstände, in denen ich in die ZA-Praxis muss, nicht ganz so groß.

Tja, und warum man immer VORHER Angst hat hängt wohl damit zusammen, weil man nicht immer einschätzen kann, was auf einen zukommt und wie die Behandlung verläuft.

lg, chris
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poppea

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11

Freitag, 12. Februar 2010, 11:06

ich möchte mal behaupten das die Angst vorweg eigentlich ganz logisch ist und in unserer Natur liegt.

Auf die Spitze getrieben heißt das: Angst ist ein Schutzreflex der uns angeboren ist und der wichtig für uns und unser Wohlbefinden ist. Wir laufen ja auch vor einem Unwetter weg und nicht nach her. Aber wie oft haben wir erlebt, am eigenen Leib das uns ein Gewitter Schmerzen zu fügt und wie oft waren wir dieser Situation wirklich bedingungslos ausgeliefert?
Die Meisten die Angst beim za haben, haben Angst vorweg weil sie entweder etwas neues erleben und schon viel über Schmerzen vorher gehört haben (beim ersten Gewitter hatten bestimmt auch viele Angst), oder weil es einfach eine Anhäufung von schlechten und schmerzhaften Erfahrungen in ihrem Leben gibt die entweder mit der Zahnarztbehandlung zu tun haben oder aus einer anderen bösen Situation dahin übertragen werden.

Es ist als vollkommen normal vor dem Besuch Angst zu haben. Ich habe doch grundsätzlich nur vor etwas Angst und nicht nach etwas. ich meine so rein Umgangssprachlich.
Und ich denke wir haben wenig Angst vor den folgen der Behandlung da wir recht schnell raus haben das uns etwas Gutes getan wird und weil wir uns ja dazu entschieden haben uns darauf einzulassen weil wir ein persönliches Ziel damit verfolgen. Wie das aussieht ist sehr unterschiedlich, aber es wird bei jedem etwas sein das seine Lebensqualität erheblich steigert und mit diesem Ziel im Hinterkopf hat man keine Angst vor dem was am Ende hinten heraus kommt.

so sehe ich das
Wir haben gelernt wie Vögel zu fliegen und wie Fische zu schwimmen, aber wir haben verlernt wie Menschen zu leben.
Martin Luther King
:frosch:
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July

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12

Dienstag, 16. Februar 2010, 15:13

hallo sabine,

bei mir ist es genauso, vielleicht sogar noch schlimmer. ich denke auch immer nur bis zu diesem ZA-termin, und an das danach könnte ich niemals einen gedanken verschwenden. auch ist es bei mir so, dass ich mich davor so verhalte wie du, dass ich mich z.b. sehr verschwenderisch verhalte, man könnte sagen, fast so als denkt man, dass man diesen termin sowieso nicht überlebt. hört sich schlimm an, aber genau so denke ich. habe aber auch extreme panik, mit angst hat das bei mir schon nichts mehr zu tun (kann mich auch nur, egal wie klein der eingriff ist, unter vollnarkose behandeln lassen). und auch ich habe mir die frage schon gestellt, weil es eigentlich komisch ist. ich hatte schon viele eingriffe, wo ich danach ziemliche schmerzen hatte, aber das alles war und ist mir irgendwie egal. ich habe todesangst vor den eingriffen - und das obwohl sie unter vollnarkose stattfinden. vor eventuellen schmerzen, taubheitsgefühlen usw. danach habe ich weder angst, noch denke ich drüber nach.

ich kann es mir nur so erklären - während dem eingriff ist man ja schon ziemlich "ausgeliefert"... man hat eigentlich keine kontrolle über die situation, und man kann sich in dem moment auch nicht alleine unter der decke mit seinen schmerzen verkriechen. es fummelt einem hinterher, wenn man zuhause ist, wenigstens niemand im mund rum, und man kann tun und lassen was man möchte, um mit den schmerzen usw. umgehen zu können. man ist in "sicherheit", so blöd sich das vielleicht anhört. das ist, während man in dem stuhl sitzt, nicht der fall. vielleicht hängt es damit zusammen, falls du verstehst wie ich es meine. in meinem fall ist das natürlich irgendwie trotzdem keine erklärung, denn ich bekomme in der vollnarkose ja nichts mit. es ist schon komisch, diese panische angst.

lg
Julia
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poppea

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13

Dienstag, 16. Februar 2010, 17:45

Es gibt da ein gutes und auch schon oft erfolgreich eingesetztes Mittel gegen die Angst vor dem Termin, nämlich die Freude auf die 'Belohnung' nach dem Termin.

Das hat schon vielen geholfen :]
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Martin Luther King
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July

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Wohnort: Karlsruhe

14

Dienstag, 16. Februar 2010, 17:57

wenn man aber die erfahrung gemacht hat dass es nach dem termin wirklich alles schlimmer ist als vorher, ist das irgendwann wirkungslos. leider. ;(
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