Aloha Leguankonterfei,
bei mir warens mehrere Dinge, die ineinanderspielten, glaube ich.
Als Kind hatte ich einen super ZA. Der war lieb, unendlich sanft, ein Meister mit der Spritze. Ich bin, wenn ich gegangen bin, gerne hingegangen.
Zähneputzen war aber noch nie wirklich so mein Ding, ich hatte also immer mal hier ein kleines Loch, da ein kleines Loch.
Meine Eltern haben, als ich so 9 oder 10 war, aufgehört, regelmässig mit mir und meinem Bruder dorthinzugehen. Das hatte viele Gründe, die sind aber auch egal.
Ich bin ab da also nur sporadisch hin - meist nur, wenns wehtat - und war immer noch kein Freund des Zähneputzens. Aber Angst hatte ich nicht.
So mit 20 wurden die Zahnprobleme ernster, ich habe mir dann auch ins Gedächtnis gerufen, dass ZA sinnvoll sein könnte und bin hingegangen.
Es folgten einige sehr schmerzhafte Behandlungen, die ich lieber vergessen würde (also ähnliches wie bei dir, nur viel später) und dann setzte diese Spirale ein.
Nicht-hinwollen ->kaputte Zähne ->nicht putzen, man könne ja schlafende Hunde wecken ->kaputtere Zähne ->nicht-hinwollen.....
Mittlerweile gehe ich wieder regelmässig und für meinen Geschmack viel zu oft, ich empfinde ZÄ an sich als nicht schlimm, das, was sie tun auch nicht, Spritzen sind auch nichts, wovor ich Angst habe.
Einzig und allein die Angst vor dem Schmerz (womit ich dann bei so ziemlich allem bin, was du geschrieben hast: Schmerzen, Scham davor, zuzugeben, dass ich es nicht hinkriege, dass ich nicht der tapfere Indianer bin , Hilflosigkeit, weil ich ja nichts ändern kann in dem Moment, der Schmerz ist ja schon passiert - auch wenn ich die Hand heben kann und alle aufhören) ist für mich das Schlimmste.
Ich liege da mit der Erwartungshaltung "Schmerz", dummerweise wird sie manchmal erfüllt. Dass ich in diesem Moment hochsensibel bin, voll auf Abwehr eingestellt und alles um diesen Zahn kreist, intensiviert das nur.
Das ist dieser blöde Gedanke: "Ey Welt, ich habs doch getan, ich gehe hin, um keine Schmerzen zu haben, ich tu doch alles, was ich tun soll und trotzdem tuts weh. Das ist ungerecht!"
Aber immerhin tut "meine Praxis" mit ihren allesamt sehr netten, einfühlsamen Ärzten alles, um mich da irgendwie runterzuholen.
Auch wenn ich alle paar Tage mal in nem Loch stecke und keine Idee habe, wie ich das je hinkriegen soll, wird es nach und nach besser.
Irgendwann....irgendwann gehe ich da ohne Angst vor Schmerzen hin
LG,
Ina
Komödie ist gleich Tragödie plus Zeit.
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Mögen alle meine Fehler sich auf ihre Plätze begeben und möglichst wenig Lärm dabei machen.