Bei mir war's ähnlich wie bei Sabine.
Ich war insgesamt fast 13 Jahre lang nicht mehr beim ZA. Als mir ein Stück Zahn weggebrochen ist, wusste ich, dass ich jetzt nicht mehr um einen Termin drumherum komme. Ich hab dennoch eine Woche gewartet, weil ich irgendwie auf ein "Wunder" hoffte. Hab mich dann endlich unter Tränen überwinden können anzurufen. Der Zahn wurde behandelt - bzw. meine Zä versuchte es - doch es klappte nicht. Ich bekam höllische Zahnschmerzen, die cih mit Medikamenten nicht mehr unterdrücken konnte. Bin also wieder zu meiner Zä, sie versuchte, mich zu behandeln, brach dann aber von selber ab, weil ich zu starke Schmerzen hatte. Fazit: sie schickte mich in die Notaufnahme bzw. ins KH und dort wurde mir dann der Zahn unter Vollnarkose gezogen.
Ich dachte dann aus meinem Fehler gelernt zu haben, meldete mich aber wieder nicht zum Kontrolltermin. Ganze zwei Monate lies ich verstreichen, ich zog mir selber die Fäden, weil die Panik, noch einmal zum ZA zu müssen, seit diesem Erlebnis deutlich angestiegen war. Allerdings fasste ich dann irgendwann doch den Entschluss, mich zu melden.
Warum? Weil ich wusste, dass weglaufen nichts bringt. Sondern dass die Probleme - nicht nur jene die zahnmedizinischer Natur sind - sondern auch der ganze Rest, nur schlimmer werden und mich irgendwann einholen.
Ich weiss, dass es jede Menge überwindung kostet, sich zu melden. Man hat Angst, man schämt sich, man möchte ALLES, aber nur nicht zum ZA. Man kann nicht mehr schlafen, ist durcheinander, und möchte sich am liebsten ans Meer auf den Strand träumen. Weit weg von den Zahnschmerzen, weit weg, von irgendwelchen Praxen oder zahnmedizinischen Themen.
Was vergisst man allerdings dabei? Wieviel Mut und Selbstvertrauen in uns stecken! Und dass wir den Zahnschmerzen und unserer Angst nicht ausgeliefert sind, sondern dass wir die Kraft haben (auch wenn man das am Anfang vielleicht nicht glauben mag), uns diesen Dingen zu stellen. Und das uns die Konfrontation mit dem Thema stärker und nicht schwächer macht.
Ich bin jetzt seit einem Jahr wieder in regelmässiger Behandlung. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass die Angst weg ist. Ganz im Gegenteil. Aber ich schaffe es, mich den Dingen zu stellen. Und habe mich neulich sogar von alleine - also ohne überreden oder so - entschieden, beide Weisheitszähne im OK und den 17 ziehen zu lassen. In einer Sitzung. Noch vor einem Jahr war es mir nicht einmal möglich, einen Kontrolltermin wahrzunehmen, geschweige denn beim Zahnarzt anzurufen...
Vertraue auf dich selbst und auf die Kraft, die in dir schlummert
Der erste Schritt ist meistens der schwerste, aber danach geht's nur noch bergauf. Und wenn man einen ZA gefunden hat, dem man vertraut, mit dem man gut kann, dann geht vieles auch schon leichter
Liebe Grüsse