Also ich möchte es am liebsten keinen sagen - kann mir bei einigen aus der näheren Verwandtschaft schon "nett" gemeinte Äußerungen vorstellen. Darauf möchte ich natürlich am liebsten verzichten. Die wissen ja gar nicht wovon sie reden und erklären mag ich diesen "gewissen" Leuten auch nichts: Verstehen kann es im Endeffekt nur ein ebenso Betroffener...!
Aber wenn man dann mit der Behandlung beginnt, bekommt es ja auf jeden Fall der Partner mit und später auch der Rest der Familie...
Von meinem ersten Termin (Angstsprechstunde), dem Röntgen beim anderen Doc wußte keiner. Habe die Termine so gut legen können, dass es nicht auffiel. Beim zweiten Termin (Röntgenbildauswertung + Behandlungsplanung) war es dann schwerer. Habe meinem Mann gesagt, dass ich an diesem Tag erst gegen 20.00 Uhr nach Hause komme ( kann schon mal bei mir passieren, wenn auf der Arbeit was ganz Dringendes anliegt ), er hat nicht weiter nachgehakt.... als ich dann aber den besagten Tag später kam, fragte mein Sohn wo ich den solange gewesen bin und mein Mann fragte dann auch. Da dachte ich, das ist die Chance endlich damit rauszurücken - ich meinte dann: "Ich war da, wo ich am liebsten hingehe...". Mein Mann meinte dann: Frauenarzt und ich: "nein" und er : "Ach, beim Zahnarzt?" - haste einen gefunden? ... Damit war das Thema erstmal vom Tisch, weil mein Mann nichts weiter sagte ( hat wohl gemerkt, dass ich noch nicht bereit bin mehr dazu zu sagen....

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Gestern abend im Bett fragte er dann aus heiterem Himmel, was der Zahnarzt gemacht hat? Da wir schon im dunkeln lagen, fiel es mir irgendwie leichter etwas darüber zu sagen, obwohl ich ihm noch nicht das volle Behandlungsausmass erzählen konnte. Habe ihm erstmal erzählt, dass der Heil- und Kostenplan erstellt wurde und dass ich Beruhigungstropfen vor der Behandlung nehmen kann, aber wenn ich nicht klar komme gäbe es auch die Möglichkeit der Vollnarkose (Kosten müßte ich selbst tragen). Aber ihm sagen, dass ich im OK nur noch 4 eigene Zähne habe und dass der eine Schneidezahn auch noch raus muss, ich zuerst ein Provisorium bekomme und später eine Teleskopprothese - das war mir so unendlich peinlich - das packe ich jetzt noch nicht. Vielleicht weiß er ja mehr als ich ahne und kommt mir wieder ein Stückchen entgegen, indem er nochmal nachpiek...! Er hat auch noch gefragt, warum ich nicht einen Zahnarzt in unserer Wohnortnähe genommen habe. Ich meinte, weil der wo ich jetzt bin auch Ahnung von "Psychologie" hat und das bei "SOLCHEN" wie ich es bin wohl nicht verkehrt wäre. Da hat er dann nichts weiter darauf geantwortet. Würde zu gern wissen, was er jetzt alles so denkt. Außerdem ist das mit dem "outen" auch nicht so leicht, weil ja da auch der finanzielle Aspekt eine Rolle spielt. Schließlich wird ja das gemeinsame Budget belastet. Da habe ich auch mächtig Schiss, dass ich mir dann irgendwann mal anhören kann "wärst Du früher gegangen, hätte man ne Menge Geld gespart..."

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Aber irgendwie bin ich doch froh, dass mein Mann es jetzt weiß - so hat man mehr Druck im Nacken die Sache anzugehen ( in gewisser Weise ist etwas Druck doch manchmal recht hilfreich - bei mir jedenfalls denke ich schon). Und ständig dieses "belastende Geheimnis" mit sich rumzuschleppen ist über ..zig Jahre sowas von belastend und sicher irgendwo auch nicht gut für eine Partnerschaft. Ständig Angst zu haben in seinem Beisein mal auf meine Zähne angesprochen zu werden - ist ja nicht nur für mich mega peinlich, sondern auch für ihn...! Man meidet ja auch unter Menschen zu gehen, weil man Angst hat, die könnten einen mal darauf ansprechen - man vereinsamt ja irgendwie und muss dann ständig dem Partner gegenüber nach Ausreden suchen, warum man zu irgendwelchen Treffen nicht hin möchte. Was man über die Jahre alles so in Kauf genommen hat ist schon erstaunlich und irgendwo ja auch "krank"... (da fällt mir so ein Satz aus einem Film ein: "ANGST essen Seele auf" ).
So, nun werde ich abwarten wie mein Mann das Thema weiter mit mir angeht. Ich sage bis zum nächsten Termin (meine wirklich erste Behandlung) erstmal nichts weiter... die alten "Verhaltensmuster" (Verdrängung) funktionieren leider noch sehr sehr gut. Und wann ich den Rest der Familie einweihe weiß ich ehrlich gesagt nicht. Bekommen die sicher irgendwann mit und dann lasse ich mich schön "zutexten". Vermutlich müßte man ganz offen damit umgehen, aber da fehlt mir einfach das notwendige Selbstbewußtsein

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Eure Nelly9